Aktuell

Wie aus einem Streit zwischen Frauen Hexenverfolgung wurde.

„Hexenverfolgung auf Gut Schmoel“, dieses Thema lockte 37 LandFrauen und einige Gäste nach Schönberg ins Hotel „Am Rathaus“ am 22. Nov. 2017.
Dieter Kay, der sich auf diesem Gebiet vorzüglich auskennt, wusste uns spannend und bilderreich von diesen unglaublichen Vorgängen zu berichten.

Hexenverfolgung

Dieter Kay berichtet über die Hexenprozesse auf Gut Schmoel

1686 gab es in den Dörfern rundum Gut Schmoel eine heimtückische Krankheit, die mehrere Bewohner dahinraffte. Zwei Frauen, Mette Schlan und Margrethe Harder, bezichtigten sich gegenseitig, diese Krankheit durch Zauber hervorgerufen zu haben. Als der Ehemann der inzwischen ebenfalls erkrankten Margrethe Harder Anklage gegen Mette Schlan erhob, befahl Graf Rantzau die Verhaftung und Befragung der Angeklagten. Als man ihr die Foltergeräte gezeigt hatte, gestand Mette Schlan, dass sie durch Ausstreuen von schwarzem Mutterkorn die Krankheit herbeigeführt hatte, und sie nannte auch die Namen sechs weiterer Mittäter, darunter ihren eigenen Vater. Vier von ihnen gestanden unter Folter und wurden zum Tode durch Erdrosseln mit dem Halseisen und Verbrennen auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Am 23. April 1786 verbrannten sie im Feuer, obwohl sie vor dem Pastor Linekogel aus Lütjenburg ihre Geständnisse widerriefen. Wo die Feuer gelodert haben, darüber wird nur vermutet, aber alte Einwohner sind sich sicher, dass es am Strand war. Nur wenige Tage später wurden weitere Personen aus dem Gutsbezirk des Hexenzaubers angezeigt, und schließlich verurteilte Graf Rantzau, studierter Jurist und Theologe, 11 Frauen und Männer am 10. Mai 1786 wegen Hexerei zum Tode. Auch hier baten die Pastoren Linekogel und Claussen aus Lütjenburg vergeblich um das Leben derjenigen, die trotz Folter sich als unschuldig erklärten hatten, darunter auch die schwangere Siecke Sehmer. Diese Verurteilung war sogar nach dem Hexenhammer untersagt. Pastor Linekogel aber verklagte im Juni Graf Rantzau beim Generalsuperintendanten, da im Hexenprozess den Angeklagten kein Verteidiger zugestanden war und sie in der Beichte alle ihre Aussagen zurückgenommen hatten. Aus Angst vor den Konsequenzen seines Rechtsbruchs verließ Rantzau im September 1686 Holstein und begab sich nach Köln, um sich von dort aus um die Einstellung des Prozesses zu bemühen.

1688 erteilte er schließlich seinen sämtlichen Untertanen einen Freibrief, der sie aus der Leibeigenschaft befreite, wohl in der Hoffnung, dass seine Milde die Regierung ihrerseits zu einem gnädigen Urteil bewegen möge. Er wurde jedoch 1690 zu einer Geldstrafe von 20.000 Reichstalern verurteilt und verlor die Gerichtsbarkeit. Rantzau kehrte nie wieder nach Holstein zurück und da er die Summe nicht zahlen konnte, wurde er gezwungen, seine holsteinischen Güter zu verkaufen. Heute noch ist unverständlich, wie ein so kluger und studierter Mann zu einem unerbitterlichen Hexenjäger werden konnte.

Hexenverfolgung
Karen Kähler-Sye dankt im Namen der LandFrauen

Beeindruckt von diesem Abend bedankte sich Karen Kähler-Sye bei Dieter Kay mit einem Gutschein.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

 


Ein Sonnenstrahl kann einen anderen Menschen aus mir machen.

Hugo von Hoffmannsthal

ein Sonnenstrahl

 

Für das gemütliche Familienessen

mehr dazu ...

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„Rund ums Ohr“ am 8. November 2017

Der LFV Probsteierhagen hatte den HNO-Arzt Ulrich Wenzel und seinen Sohn Jasper Wenzel, der als Hörgeräte-Akustiker bei Amplifon arbeitet,  eingeladen, um über die Vielfalt des Ohres, seine Erkrankungen und die Hilfen bei Schwerhörigkeit seine Mitglieder zu informieren. 32 Zuhörer erfuhren viel über den komplizierten Aufbau unseres Ohres und die Wichtigkeit des guten Hörens. „Die meisten Menschen glauben, dass sie viel zu jung sind für ein Hörgerät“, so die Feststellung von Jasper Wenzel. Gerade die Generation 50plus bei den Herren wollen das schlechte Verstehen nicht wahrhaben, und so vergehen meist 7 Jahre, bevor man sich zu einem Hörgerät entschließt. Inzwischen ist aber bekannt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Demenz gibt. Auch bei Diabetes ist das Risiko, einen Hörverlust zu erleiden, doppelt so groß. Ein simpler Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörakustiker kann schnell Klarheit bringen. Die Grundversorgung fürs bessere Hören wird von jeder Krankenkasse getragen. Die Zuschüsse der Kassen haben sich seit 2014 enorm verbessert.

Karen Kähler-Sye überreicht Herrn Ulrich Wenzel und Jasper Wenzel einen Präsentkorb als Dank
Karen Kähler-Sye überreicht Herrn Ulrich Wenzel und Jasper Wenzel
einen Präsentkorb als Dank

Wir konnten uns von der Größe und der Handlichkeit der neueren Geräte an diesem Abend überzeugen, erfuhren, dass sie pro Tag 6-8 Stunden getragen werden sollten, und dass nach ca. 6 Jahren ein neues Gerät angepasst werden sollte. Erstaunlich, wie klein die Geräte heute schon sein können, wie ein 1-Cent-Stück, doch muss der Patient mit dieser Größe auch umgehen können.
„89 Prozent der Menschen, die sich zu einem Hörgerät entschlossen haben, freuen sich sehr über die gesteigerte Lebensqualität“, so das Fazit dieses Abends.

Renate-M. Jacobshagen
Foto: Marlene Scheeler

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Mach‘ mal Pause und entspanne!

„Unser Stresspegel steigt ständig, die Anforderungen an alle sind hoch, und Abschalten auf Knopfdruck geht nicht“, das waren die Anfangsworte von Frau Dr. Gaby Brüssow-Harfmann vom Landesverband der LandFrauen. 18 LandFrauen warenam 12.10.2017 gekommen, um etwas über Entspannung im Alltag zu erfahren. Nach Meinung der WHO ist der Stress die Krankheit Nr.1. Wir sammeln den Stress und bauen ihn nicht ab, und daraus folgen Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Schwächung des Immunsystems, Schlafstörungen und vegetative Störungen, wie z.B. Bauchschmerzen, Verstopfung und vieles mehr. Stressabbau ist vielleicht Joggen oder in die Natur gehen und heftig schimpfen, einen Punching-Ball kräftig bearbeiten. Durch zu viel Stress sind die Batterien leer und sollten durch eine Auszeit, durch Müßiggang wieder aufgeladen werden. Schon ganz bewusstes Ein- und Ausatmen in den Bauchraum, das geht auch an der roten Ampel oder der geschlossenen Schranke, kann den Kopf wieder frei machen, die Verspannungen können sich lösen. Ein zweiter Tipp von Frau Brüssow-Harfmann ist die „Halt-Übung“: Man gibt sich selbst ein Zeichen zum Innehalten und beobachtet, wie gerade unsere Körperhaltung ist, wo die Gedanken kreisen und was in uns gerade am meisten verspannt ist.

 

 

Drei  Formen der Entspannung hat Frau Brüssow-Harfmann an diesem Abend mit uns in kleinen Übungen ausprobiert:

  1. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  2. Autogenes Training und Selbstsuggestion und
  3. Chigong, eine chinesische Meditations- , Konzentrations-und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Der Lebensfluss soll wieder durch den Körper fließen.

Alle Teilnehmerinnen haben mit viel Freude diese kleinen, einfachen Übungen ausprobiert und gehen nach diesem Abend sicher mit den Vorsätzen nach Hause, das Gehörte und Geübte in ihren Alltag mit einzubauen. Sehr eindrucksvoll und lebendig hatte uns Frau Brüssow-Harfmann vor den Folgen des angesammelten Stresses gewarnt und uns leichte Wege zum Stressabbau gezeigt. Vielen Dank!

Renate-M. Jacobshagen

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Ernte-Dank-Gottesdienst am 1. Oktober 2017

Die Erntekrone wird in die Kirche getragen
Die Erntekrone wird in die Kirche getragen

Zum Erntedank der geschmückte Altar.
Zum Erntedank der geschmückte Altar

 

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Herbstmarkt am Schloss Hagen am 24.9.2017

Die Erntekrone nimmt Gestalt an Dietlinde Ude und Bärbel Fuhrmann
Die Erntekrone nimmt Gestalt an Dietlinde Ude und Bärbel Fuhrmann

Fleißiges Sträußebinden für die Erntekrone
Fleißiges Sträußebinden für die Erntekrone

 

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Dorfspaziergang durch Neuheikendorf am 14. Sept. 2017
22 LandFrauen hatten sich am Feuerwehrgerätehaus eingefunden und freuten sich darauf, Neuheikendorf kennenzulernen.
In allen Gemeinden war das stark landwirtschaftliche geprägte Leben einem enormen Wandel unterlegen. So natürlich auch in Neuheikendorf.

Durch Antje Lage, die hier ihre Kindheit/Jugend verbracht hat, lebte der alte Dorfkern wieder auf. Mit Bildern und passenden Informationen und Anekdoten  genossen wir den Rundgang. Vielen Dank für deine Mühe! Den obligatorischen Regenschauer in diesem Sommer verbrachten wir in einem Carport.

Dorfspaziergang mit Regenschauer
Dorfspaziergang mit Regenschauer

Im Anschluss erwartete im Feuerwehrgerätehaus uns eine herbstliche Kaffeetafel und ein Film von Herrn Wiese über das alte Neuheikendorf, den Horst Hinz sachkundig kommentierte. Viele Häuser sind abgerissen, und viele Neubauten auf Ackerflächen erbaut, da wurde der Wandel noch mal sehr deutlich.

Dank an Antje Lage Dörte Göttsch und Renate Hinz von Karen Kähler-Sye
Dank an Antje Lage Dörte Göttsch und Renate Hinz von Karen Kähler-Sye

Dass wir das Feuerwehrgerätehaus so unproblematisch nutzen konnten und so nett empfangen wurden, dafür nochmal ein großes Dankeschön vom LandFrauenVerein Probsteierhagen.

Karen Kähler-Sye
Foto: Marlene Scheeler

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Mit dem roten Doppeldecker-Bus durch Kiel

Wieder einmal war es, wie so oft in diesem Sommer 2017, ein regenverhangener Nachmittag, als 28 LandFrauen den roten Doppeldecker-Bus am Hauptbahnhof in Kiel bestiegen, um eine 2 stündige Sightseeing-Tour durch Kiel zu erleben. Mit neuen Kopfhörern ausgestattet, stiegen wir auf die obere Etage, die zum Glück regengeschützt ist, um aus 4 Meter Höhe einen guten Rundum-Blick auf die Sehenswürdigkeiten zu haben.

Warten auf den Bus am Bahnhof

Warten auf den Bus am Bahnhof

Nach dem Start ging es vorbei am Schweden- und Oslokai zur Landesregierung bis zum alten Olympiahafen von 1936. Über die Kopfhörer erhielten wir vielfältige Erläuterungen, wenn auch einige LandFrauen genauere Details und Hinweise vermissten. In der Wik an der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt und konnten uns von der Aussichtsplattform das Einschleusen einiger großer Schiffe aus der Nähe ansehen. Gut war es, dass ein ehemaliger Lotse uns noch viele Details über den Kanal und die Lotsentätigkeiten erklären konnte.

Einstieg bei der Kanal-Schleuse

Einstieg bei der Kanal-Schleuse

Weiter ging es dann über die Holtenauer Hochbrücke runter nach Holtenau und zum Tiessenkai. Dort passte der Doppeldecker-Bus kaum durch die nördlichste und älteste Platanenallee Europas, die Kanalstraße, die zum Tiessenkai mit seinem Kanalpackhaus, dem Schiffercafé und dem Holtenauer Leuchtturm führt. Benannt ist dieser Schutz- und Sicherheitshafen mit nostalgischem Hafenambiente 1976 nach dem Schiffsausrüster Hermann Tiessen, der dort sein Kontor hatte. Wieder zurück ging es über die Hochbrücke vorbei am Holstein-Stadion ins Universitätsviertel und durch die Waitzstraße zur Holtenauer Straße mit ihrem Flair von kleinen und großen Geschäften und Boutiquen, dem Theater bis zum „Kleinen Kiel“, dem Opernhaus und dem Rathaus. Natürlich wurde auch die „Sparkassen-Arena“  mit dem THW erwähnt und umrundet, bis wir dann wieder am Einstiegsort, dem Hauptbahnhof, ankamen.

Für viele der LandFrauen wurde dann der Abend mit einen sehr schmackhaften Imbiss im Restaurant „Längengrad“, hoch über dem Stenaterminal, abgerundet. Nun endlich zeigte sich hier an späteren Abend die Sonne!

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

 

Highlight im Dauerregen von Pellworm

Rosentage auf Pellworm, ein verlockendes Ziel für den Juni. Also wurde im August des vergangenen Jahres eine Tagesfahrt für den 30. Juni geplant, und 44 LandFrauen aus dem LFV Probsteierhagen freuten sich auf diesen Tag. Aber der Wettergott spielte nicht mit: es war für diesen Tag sehr viel Regen angesagt. Doch meistens ist es an der Nordsee besser, trösteten wir uns, mindestens am Nachmittag. Schon die Hinfahrt wurde länger als geplant, das Schiff von Nordstrand musste auf uns warten, der Inselführer verkürzte dann die Inselrundfahrt, damit wir noch rechtzeitig zum Mittagessen kamen. Vom „Hooge-Blick“, den wir nicht anfuhren, hätten wir sowieso keine Hallig Hooge, kein Amrum oder Föhr sehen können. Aber die schöne alte Kirche (1180 bis 1200 erbaut) mit ihrem schon 1195 eingestürzten Turm und der wunderbaren Arp-Schnitger-Orgel von 1711 konnten wir besichtigen. Besonders schön auch der Doppelflügel-Altar von 1470, den uns unser Inselführer vorführte und erklärte.

Doppelflügel-Altar mit Herr Rudberg
Doppelflügel-Altar mit Herr Rudberg

Eine Flügelseite ist geschnitzt, und die zweite bemalt, eine wirkliche Rarität. Weiter ging die Rundfahrt vorbei an der holländischen Norderwindmühle und der bis 1945 betriebenen Vogelkoje. Die Pellwormer Zentralmeierei ist inzwischen von der Ostenfelder Meierei übernommen, aber es wird immer noch Feta aus Kuhmilch dort hergestellt.

Das Mittagessen, meist war Matjes gewünscht, aber auch Schnitzel, war lecker, und die Pause wurde ein wenig länger, immer noch in der Hoffnung, dass am Nachmittag der Regen eine Pause einlegen würde. Aber es blieb nass, und so fuhren wir zu dem schön gelegenen Garten von Frau Schulze-Hermanns, die schon auf uns wartete. Und es wurde der Höhepunkt dieses Tages!

Rosen-Betrachten im Regen
Rosen-Betrachten im Regen

Natürlich hatte sich die rüstige Dame von 86 Jahren viele Gedanken gemacht, wie man bei diesem Wetter die LandFrauen empfangen sollte. Sie hatte mit liebevoller Nachbarschaftshilfe ihre Garage ausgeräumt und mit Biertischgarnituren und vielen Stühlen versehen, hatte zusammen mit ihren freundlichen Nachbarn große Kannen Kaffee gekocht und leckere Muffins gebacken.

Frau Schulze Hermanns und ihre Helfer
Frau Schulze Hermanns und ihre Helfer

Vor allem aber gab sie ihr großes Wissen über ihren Garten und die besonderen Rosen weiter, zuerst lange Zeit im Regen, aber dann auch im Trocknen, damit alle ihre Fragen stellen konnten. Über die weiße Rose Innocentia, deren Blütenblätter nie braun werden, oder die voll erblühte „Pellwormer Abendsonne“, die sie besonders liebt.

Pellwormer Abendsonne
Pellwormer Abendsonne

Wir verbrachten eine ganz besondere Zeit in diesem Garten und der überdachten Garage mit angeregten Gesprächen und in stimmungsvoller Atmosphäre. Wir bedankten uns bei unserer Gastgeberin mit unserem Kochbuch „Für das gemütliche Familienessen“ und guten Wünschen für die weitere Zeit in ihrem ganz besonderen Garten mit dem herrlich weiten Blick über die Wiesen von Pellworm.

Frau Schulze-Hermanns erhält das Kochbuch von R. Jacobshagen
Frau Schulze-Hermanns erhält das Kochbuch von R. Jacobshagen

Für Kaffee und Kuchen spendeten wir für die Pellwormer Landjugend. Fast hatten wir den Regen vergessen, der draußen immer noch vom Himmel fiel, aber auf der Rückfahrt zur Fähre war immer wieder dieses besondere Highlight des Tages Gesprächsthema. Und es ging auch über die selbstverständliche, spontane Nachbarschaftshilfe auf dieser Insel. Nicht alle von uns wollten auf dieser ruhigen Insel ihren Lebensabend verbringen, obwohl immerhin ein Drittel der 1200 Einwohner über 65 Jahre alt sind. Viele Menschen entscheiden sich nach mehrfachen Urlauben ihren Ruhestand auf Pellworm zu verleben.

Mit Pellwormer Abendsonne im Herzen auf der Fähre A.Gripp I. Schneekloth-Plöger R. Jacobshagen
Mit Pellwormer Abendsonne im Herzen auf der Fähre:
A.Gripp, I. Schneekloth-Plöger und R. Jacobshagen

In Probsteierhagen am Abend angekommen, hatten wir die „Pellwormer Abendsonne“ gesehen und in unserem Herzen mitgenommen und den Regen des Tages fast vergessen.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Dünenlandschaft- Naturerlebnisraum Laboe-
Wo Kubaspinat wächst und Feldsalat blüht

Es war der letzte Tag der Eisheiligen, der Himmel schwer und grau, und ab und zu fielen einige Regentropfen. 26 LandFrauen ließen sich vom ungemütlichen, windigen Wetter nicht abhalten und erkundeten mit der Diplom-Geographin Susanne Hörger-Ahlers den etwa 10 ha großen Naturerlebnisraum „Dünenlandschaft Laboe“.

Susanne Hörger-Ahlers und die LandFrauen

Susanne Hörger-Ahlers und die LandFrauen

In diesem Gebiet findet man neben dem ehemaligen Steilufer eine Dünenlandschaft, Sandbänke, den Meeressaum und einen Strandsee. Die Landschaft ist immer in Veränderung und bietet über 200 Pflanzen und einigen seltenen Vögel Platz und Brutmöglichkeiten. Nach den ersten Ausführungen von Frau Hörger-Ahlers stapften wir durch den lockeren Dünensand, um dann bald auf die ersten blühenden Pflänzchen aufmerksam gemacht zu werden.

LandFrauen im Naturerlebnisraum Laboe

LandFrauen im Naturerlebnisraum Laboe

Ein kleines blaues Blümchen wuchs da auf dem kargen Sandboden, das raue Vergissmeinnicht oder Hügel-Vergissmeinnicht, das sonnige Sandrasen liebt. Und kurze Zeit später unter einem Gebüsch entdeckten wir einen grünen Teppich runder Blätter mit mittig stehenden kleinen weißen Blüten. Dies ist das Tellerkraut oder Kubaspinat, ein Kraut, das einigen auch als Winter-Portulak bekannt ist. Die Blätter sind reich an Vitamin C und erinnern roh gegessen an Feldsalat und gekocht ähnelt es dem Spinat.

Kubaspinat

Kubaspinat

Nicht zum Essen ist der Strandhafer, dessen Blätter gerollt und sehr spitz sind, während der Strandroggen seine breiteren Blätter mit einer Wachsschicht überzogen hat, um der Wasserverdunstung vorzubeugen. Auf noch kleine, unscheinbare Grasbüschel wies uns Frau Hörger-Ahlers hin, die bei Wärme im Juni hübsche Blütenstände ausbilden, das seltene Sand-Schillergras, das nur noch auf den ostfriesischen Inseln, Föhr und Sylt zu finden ist. Spät im Juni blüht auch der Büschel-Federschwingel, ist dann  aber im August schon wieder verschwunden.

kleiner Reiherschnabel

Kleiner Reiherschnabel

Wieder entdeckten wir kleine pinkfarbene Blüten, den kleinen Reiherschnabel, der seine Fruchtstände, die wie ein Reiherschnabel aussehen, mit der Spitze in den Sand versenken kann. Auf unserem Weg zur Wasserkante wanderten wir über viele Flecken gelben Mauerpfeffers, dessen dickfleischige Blätter viel Wasser speichern können, also zu den Sukkulenten gehören. Rechts und links stehen Büsche der gewöhnlichen Hundsrose und der Apfel-oder Weinrose, leider noch nicht in Blüte, aber deren Blätter beim Zerreiben nach Granny Smith duften. In diesen Büschen hat in den letzten Jahren der Karmin-Gimpel gebrütet, der eigentlich aus Indien stammt.

Im Laufe von 20 Jahren hat sich durch immer neue Sandbänke ein Strandsee gebildet, ein kleiner Bodden. An der Spitze dieser Sandbänke hat eine Zwergseeschwalbe gebrütet und ihre Jungen großgezogen. Wir können diesen Vogel fliegend über dem Wasser beobachten, wie er steil in die See stürzt, um einen kleinen Fisch zu erbeuten. Am Bodden findet man Kormorane, Brandgänse, den großen Brachvogel, Austernfischer, ein wahres Vogelparadies.

Wir verlassen das Ufer und sehen auf unserem Weg zum Café die großen Blätter der Küsten-Engelwurz, die eine Heilpflanze ist, genau wie die Nachtkerze, deren Nachtkerzenöl aus den Samen gewonnen wird und Omega-3-Fettsäuren enthält, während die Wurzeln essbar sind. Die dickfleischigen Rosetten der Fetthenne sind nicht zu übersehen, und die breiten Blätter der Sumpfschwertlilien warten noch auf ihre gelben Blüten. Schließlich finden wir am Wegesrand blühenden Feldsalat, natürlich nicht so großblättrig, wie wir ihn als Wintersalatrosetten kennen. Daneben mit vielen blauen Blüten der Gundermann, ein sogenannter Stickstoffanzeiger, denn im Spülsaum ist auch reichlich Stickstoff vorhanden.

blühender Feldsalat

blühender Feldsalat

Dem großen Wissen von Frau Hörger-Ahlers könnten wir noch lange weiter lauschen, aber die Füße sind müde und kalt, denn die Eisheiligen sollen erst morgen vorbeisein, und so freuen wir uns auf heißen Kaffee und Tee, als wir das Café Koffiehus erreicht haben. Unsere Expertin bitten wir, uns noch ein wenig in die Wärme zu begleiten, und sie willigt gerne ein. Ein Nachmittag, der uns viele neue Erkenntnisse über die Dünenlandschaft Laboe gebracht hat.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Palliativmedizin kann so hilfreich sein in den letzten Lebenstagen

Mit einem großen Aufgebot an Vereinsmitgliedern besuchte der Förderverein für Palliativmedizin Kiel e.V. am 25. April 2017 den LFV Probsteierhagen in Passade in der Fischerwiege. Der Abend brachte für die 28 LandFrauen und Gäste viele neue Erkenntnisse über die Möglichkeiten, das Leben in den letzten, meist schweren Tagen des Lebens bestmöglich für Patienten und Angehörige zu gestalten.

Herr Schmiedel stellt den Palliativverein vor

Herr Schmiedel stellt den Palliativverein vor

In 6 Kurzvorträgen berichteten Palliativmediziner, Pfleger, Physiotherapeuten und eine Musiktherapeutin über die vielfältigen Ansätze, wie den Patienten die schweren Tage mit neuen Werten und Erkenntnissen gefüllt werden können, wie Schmerzen und Beschwerden auch durch Musiktherapie oder Aromapflege gelindert werden, oder auch letzte Wünsche, die in einer Wunderbox geäußert werden, in Erfüllung gehen. Beeindruckend waren die ganz neuen vielfältigen Angebote, die die Pallliativmedizin bei Patienten und den Angehörigen leisten will und kann, aber auch die hervorragende Teamarbeit, die zum Wohle der schwerkranken Menschen geleistet wird. Patienten werden aufgefangen, sehen die Bedeutung ihres Lebens und finden so oft zu einer inneren Ruhe, und die Angehörigen werden durch Gespräche und neue Impulse aus ihrer Starre und Hilflosigkeit herausgeholt und fühlen sich gehalten.  

Katrin Zimmerling erklärt die Aromapflege

Katrin Zimmerling erklärt die Aromapflege

Überzeugend war für die Zuhörer die Leistung, die alle Mitarbeiter der Palliativstation und des Vereins für die Gestaltung der letzten Lebenstage eines unheilbar Kranken erbringen, auch wenn sie durch das Teamgespräch und Supervisionen immer unterstützt werden müssen. Die neue Palliativstation der Universitätsklinik wird sicher im Herbst von interessierten LandFrauen besucht werden, das ist das Fazit aus diesem Abend. Herr Schmiedel, der immer als Ansprechpartner für die LandFrauen bereitsteht, hat dieses zugesagt.

Bericht: Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Jahreshauptversammlung am 14.02.2017

Karen Kähler-Sye wurde für 4 Jahre als Vorsitzende bestätigt

Karen Kähler-Sye wurde für 4 Jahre als Vorsitzende bestätigt

Anja Steen wurde als stellvertretende Vorsitzende gewählt

Anja Steen wurde als stellvertretende Vorsitzende gewählt

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung steht Ihnen zum Download zur Verfügung.

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Neujahrsfrühstück mit Sturm und Regen

Die Regenschirme waren kaum zu halten, und der Sturm wühlte den Passader See auf, dennoch kamen am 11. Januar 2017 39 LandFrauen in die neu eröffnete „Fischerwiege“ in Passade, um sich zu einem leckeren Neujahrs-Frühstück zu treffen.

Frau de la Motte stellt die Fischerwiege  vor
Frau de la Motte stellt die Fischerwiege vor

Die Tische waren festlich gedeckt, und das Büffet lockte mit vielen Köstlichkeiten. Seit der Weihnachtsfeier gab es viel zu erzählen.

Frau Birgit Draschba freut sich über das leckere Frühstück
Frau Birgit Draschba freut sich über das leckere Frühstück

Karen Kähler-Sye begrüßte alle LandFrauen und stellte die nächsten Veranstaltungen im neuen Jahr vor. Der Vormittag ging vielen intensiven Gesprächen schnell vorüber, und bevor uns wieder in das unwirtliche Wetter begaben, gab uns unsere Vorsitzende noch ein Glücksrezept aus dem Jahre 1692 aus Baltimore mit auf den Weg.

Ein Glücks-Rezept
Gehe behutsam Deinen Weg inmitten des Lärms und der Hast dieser Welt und vergiß nie, welcher Friede im Schweigen liegen kann. Lebe, soweit als möglich und ohne Dich selbst aufzugeben, in guten Beziehungen zu anderen Menschen.

Verkünde Deine Wahrheit ruhig und klar. Höre auch anderen zu, sogar Törichten und Unwissenden: auch sie haben ihre Geschichte. Meide laute und aggressive Menschen, sie bringen nur geistigen Verdruss.

Es ist möglich, dass Du entweder stolz oder verbittert wirst, wenn Du Dich mit anderen vergleichst, denn immer wird es bedeutendere und unbedeutendere Menschen geben als Dich selbst. Freue Dich des Erreichten genauso wie Deiner Pläne, doch sei auf jeden Fall demütig.

Übe Vorsicht in deinen Geschäften [...]. Verschließe Dich jedoch nicht dem Wert der Tugenden: viele Menschen streben nach hohen Idealen, und das Leben ist voll von stillem Heldentum.

Sei Du selbst. Heuchle vor allem keine Zuneigung und spotte nicht über die Liebe. Trage freundlich die Bürde der Jahre und gib mit Anmut alles auf, was der Jugend zusteht. Nähre die Kraft Deines Geistes, um plötzlichem Unglück gegenüber gewachsen zu sein. Viele Ängste entstehen aus Müdigkeit und Einsamkeit. Neben einer heilsamen Disziplin sei freundlich zu Dir selbst.
Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne, Du hast ein Recht darauf hier zu sein. Und die Kraft des Universums wird sich so entfalten, wie es sein muß, ob Dir das klar ist oder nicht.

Deshalb lebe in Frieden mit Gott, was immer Du Dir unter ihm vorstellst.
Und was immer Deine eigenen Bemühungen und Absichten sein mögen: halte Frieden mit Deiner Seele in diesem lärmigen Durcheinander des Lebens. Mit all ihrem Schein, ihren Kümmernissen und zerbrochenen Träumen ist diese Welt dennoch wunderbar. Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein.

(Diese Schrift eines unbekannten Verfassers wurde 1692 in der alten St. Pauls-Kirche von Baltimore gefunden.)

Text: Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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