Archiv 2013

Weihnachtsfeier der Landfrauen Probsteierhagen

Zur diesjährigen Weihnachtsfeier in Suckow‘s Gasthof hatten die Landfrauen Probsteierhagen Annie Lander-Laszig eingeladen. Frau Lander-Laszig ist Pastorin, die hauptsächlich auf Kreuzfahrtschiffen Gottesdienste abhält, aber auch Landfrau aus Kiel. Weiterhin ist sie die 1. Vorsitzende der Deutsch-Dänischen Gesellschaft und nicht zuletzt Goodwill-Botschafterin für
Kopenhagen.

Die 1970 gegründete Deutsch-Dänische Gesellschaft bemüht sich um die Förderung und Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschen und Dänen im kulturellen, sozialen, politischen und wissenschaftlichen Bereich.

In dem Vortrag von Frau Lander-Laszig ging es um Jul - das dänische Weihnachten und die dänischen Weihnachtsbräuche. Das Wort Jul hat seinen Ursprung in vorchristlicher Zeit. Während die Dänen in früheren Zeiten die deutschen Weihnachtssitten pflegten, orientierte man sich nach 1945 immer mehr an den schwedischen Bräuchen. Weihnachten in Dänemark ist wesentlich lustiger als bei uns.

Wir erfuhren, dass die Kinder am 13. Dezember das Luciafest feiern. Die Heilige Lucia starb an einem 13. Dezember den Märtyrertod. Wir kennen alle die Bilder mit der Kerzenkrone. In den Betrieben kommen die Erwachsenen oft zu einem gemeinsamen Julefrokost zusammen. Hierbei wird stundenlang getafelt. Es gibt u.a. Hering, Fischfilet, Schweinebraten und Apfelspeck. Alles ist natürlich mit dänischen Fähnchen geschmückt. Das traditionelle Weihnachtsessen in den Familien besteht entweder aus Schweinebraten, Ente oder neuerdings auch Truthahn. Häufig werden dazu Süßkartoffeln, Rotkohl und Gurkensalat gereicht.

Süß ist in Dänemark die Hauptgeschmacksrichtung zu Weihnachten. Als Getränk gibt es Julebryg, das dänische Weihnachtsbier. Früher braute jeder Hof sein eigenes Julebryg, das bis zu 10 Vol. % hat.

Der Weihnachtsbaum ist oft mit geflochtenen Weihnachtsherzen oder kleinen Täschchen aus Papier geschmückt, aus denen die Kinder die Süßigkeiten nehmen dürfen. Für die Gespenster hängen gebackene Kringel am Baum, deren Löcher besonders gerne von allen Geistern gegessen werden. Der Julman - Weihnachtsmann - wohnt auf Grönland und kommt zu Weihnachten nach Kopenhagen. Mit dem Erlös aus den in Dänemark traditionell verwendeten Weihnachtsbriefmarken, die zusätzlich zum normalen Porto auf viele Päckchen geklebt werden, sind seit 1904 sieben Heime für vernachlässigte Kinder gebaut worden, von denen heute noch vier unterhalten werden. Die Marken werden in jedem Jahr von einem anderen Künstler gestaltet. Auch ein Entwurf von Königin Margarete war schon dabei.

Ein wichtiger Bestandteil der dänischen Weihnachtstradition ist der Nisse, der schon vor 4000 Jahren erstmals erwähnt wurde. Es handelt sich hier um eine Art Kobold, der mit roter Mütze gekleidet ist und immer einen langen Bart hat. Der Nisse beschützt das Haus, den Hof und kümmert sich insbesondere um die Haustiere. Wird er nicht gut behandelt, spielt er gerne Streiche. Am Heiligen Abend bekommt er einen Griessbrei in den Stall gestellt auf dem ein Klecks Butter nicht fehlen darf. Fehlt die Butter gibt es großen Ärger. Mit dem Nisse ist es wie mit den Engeln: niemand hat sie gesehen aber jeder weiss, wie sie aussehen. Nach dem Vortrag konnten wir die dänischen weihnachtlichen Handarbeiten bewundern, die Frau Lander-Laszig zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt hatte. Dort gab es gestickte Decken und Läufer, traditionelle Scherenschnitte und Papierfiguren, mit denen man zur Weihnachtszeit die
Zimmer schmückt.

Frau Lander-Laszig und Karen Kähler-Sye

Frau Lander-Laszig erwähnte übrigens, dass laut neuesten Untersuchung die Menschen in Schleswig-Holstein die glücklichsten in Deutschland seien. Das liege wohl an der Nähe zu Dänemark ...

Text und Bild: Ulrike Schneider

 

Was Sie schon immer über Landfrauen wissen wollten

In Deutschland gibt es über 500.000 Landfrauen, die in 22 Landesverbänden organisiert sind. Solche Mitgliedszahlen schaffen die meisten politischen Parteien nicht. 22 Landesverbände bei nur 16 Bundesländern? Durch die Größe einiger Bundesländer und deren alte Gebietsgrenzen entstand die Anzahl der Landesverbände. Der LV Schleswig-Holstein besteht aus 12 Kreisverbänden sowie 178 Ortsverbänden mit rund 35.000 Mitgliedern. Bei einem Treffen des Landfrauenvereins Probsteierhagen in Suckow's Gasthof brachte uns Ulrike Michaelis, die Hauptgeschäftsführerin des LV Schleswig-Holstein, die Strukturen und Aufgaben des Landfrauenverbandes näher.

Ab 1947 erlaubte die britische Besatzungsmacht Landfrauenvereine neu zu gründen, da die alten Vereine von den Nationalsozialisten aufgelöst und in die Reichsnährstände eingegliedert wurden. In erster Linie kümmerten sich die Landfrauen nach dem Krieg um die landwirtschaftliche Ausbildung sowie um die Lebensmittelherstellung und -vermarktung. Die Wurzeln der Landfrauenvereine liegen sicher in der Landwirtschaft, das ist heute jedoch nicht mehr das Hauptanliegen.

Gäste wurden mit einer Rose und dem Taschenspiegel vom Bundesverband begrüßt

Landfrauen sind parteipolitisch neutral und überkonfessionell. Die Arbeitsschwerpunkte des Landesverbandes sind Dienstleistungen für die Kreis- und Ortsvereine. Die Landesgeschäftsstelle erarbeitet Angebote zu Veranstaltungen, Seminaren, Vorträgen und Qualifizierungen. Alle zwei Jahre gibt es eine neue Gesundheitskampagne - aktuell "Diabetes". Zu ca. 3400 Veranstaltungen im Jahr kommen um die 130.000 Teilnehmerinnen. Er sorgt weiterhin für Qualifizierungen von Frauen, u.a. zur Büroagrarfachfrau oder Fachfrau für Ernährung, und initiiert Projekte wie EDV-Kurse für Berufsrückkehrerinnen.

Landfrauen gehen auf Politik zu und stellen Forderungen. So geht die nun wohl bald kommende "Mütterrente" für Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, auf eine Initiative der Landfrauen zurück. Sechs Facharbeitskreise erarbeiten Forderungen und Positionspapiere unter anderem zu Frauen- und Gesundheitsthemen. Diese werden an alle politischen Gremien geleitet. Daraus resultieren häufig Einladungen von Politikern und Kooperationspartnern auf Landes- und Bundesebene. 12 Landfrauen sind z.B. Delegierte der Landwirtschaftskammer. Landfrauen zeigen ebenso Kompetenz auf Ausstellungen und Messen.

Ulrike Michaelis (rechts) und Karen Kähler-Sye

Landfrauen sind Alltagsexpertinnen mit großer Bandbreite. Sie sind somit Partner, die helfen, nicht am falschen Ende zu sparen aber auch nicht sinnlose Gelder zu verschwenden. Landfrauenvereine und -verbände sind die Interessenvertretung der Frauen im ländlichen Raum. Sie kämpfen um gleichwertige Bedingungen gegenüber den Frauen im städtischen Bereich. Frauen im ländlichen Bereich sind die Mehrheit und die Landfrauenverbände sind das größte Bildungswerk für diese Frauen.

Wenn diese Zeilen Ihr Interesse geweckt hat, gehen Sie bitte für weitere Informationen auf die Webseite des Landesverbandes www.landfrauen-sh.de.

Text: Ulrike Schneider

Bild: Marlene Scheeler

Der Artikel aus dem Probsteier Herold steht Ihnen zum Download zur Verfügung.

Was gibt es Spannendes über Friedhöfe zu erzählen?

Die Antwort darauf interessierte dieses Mal die Landfrauen Probsteierhagen. Dafür hatten wir Horst Perry, den Vorsitzenden des Vereins für den Erhalt der St. Katharinen-Kirche zu Probsteierhagen e.V. eingeladen.

Wir hörten nicht nur die Geschichte der drei Friedhöfe in unserem Dorf sondern etwas über alle Begräbnisstätten auf dem Gemeindegebiet. Es wurden Gräber gefunden, die auf 3000 v. Chr. und 300 n. Chr. datiert werden konnten.

Wir erfuhren, dass sich früher das Gemeindegebiet von Prasdorf bis in das heutige Probsteierhagen erstreckte. Auf diesem damaligen Prasdorfer Gemeindegebiet entstand eine erste kleine Feldsteinkirche, die 1259 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie stand auf der Anhöhe, auf dem sich die heutige St. Katharinen Kirche befindet. So wie wir diese Kirche kennen, existiert sie seit 1785. Der Friedhof befand sich selbstverständlich auf dem direkten Grund, der die Kirche umgibt. Dieser Friedhof war in Sequenzen unterteilt, in denen die Verstorbenen der einzelnen, zum Kirchenspiel gehörenden Gemeinden, bestattet wurden. Aus Platzmangel wurden ohne Ansehen der Person jeweils zwei Tote in einem Grab übereinander bestattet. In den noch existierenden Kirchenbüchern können alle Taufen und Beisetzungen seit 1623 nachgelesen werden.

Wie tolerant die evangelische Kirche damals war, kann man daraus ersehen, dass auch katholische Kinder in dieser Kirche getauft wurden, aber auch katholische Gemeindemitglieder auf dem Kirchhof beigesetzt wurden und sogar Selbstmörder.

Die durch das Schloss Hagen bekannten Gutsleute Pogwisch und Blome haben vermutlich seit dem 15. Jhd. in der Gruft der Kirche ihre letzte Ruhe gefunden. 1710 wurde diese Begräbnisstätte in der Kirche durch einen Anbau erweitert.

Eine Gräfin Blome wollte jedoch mit weitem Blick auf den Kirchturm zusammen mit ihren beiden schon verstorbenen Kindern bestattet werden, und so gab es bis in die 30er Jahre des letzten Jhds. eine Gruft im Hagener Moor.

Der Kirchhof wurde 1847 stillgelegt. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Verstorbenen auf dem neuen Friedhof an der Jürgenskoppel zu Grabe getragen. Nach weiteren 40 Jahren war auch dieser Friedhof "voll" so dass man einen weiteren Bereich einrichten musste. Dort wurden jedoch keine opulenten Pertinenzgräber mehr erlaubt - Zugehörgräber, die an die Hufe bzw. das Haus gebunden waren.

Einmal jedoch noch wurde der alte Gottesacker an der St. Katharinen Kirche für Begräbnisse freigegeben. Dort sind Soldaten beigesetzt, die tragischerweise noch am 4. Mai 1945 bei einem Bombenangriff auf Wulfsdorf gefallen sind. Ihnen wird hier mit persönlichen Grabsteinen gedacht.

Herr Perry beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte unserer Kirche. Er schaffte es, die Geschichte der Begräbnisstätten in und um Probsteierhagen so interessant zu gestalten, dass wir annähernd zwei Stunden gebannt zuhörten. Das Herrn Perry zugedachte Honorar wird auf seinen Wunsch hin auf das Spendenkonto des Vereins für den Erhalt der St. Katharinen-Kirche zu Probsteierhagen fließen.

Text: Ulrike Schneider
Bild: Marlene Scheeler

"Die Juden, ein Volk wie jedes andere?"

Eine Antwort auf diese Frage interessierte die Landfrauen Probsteierhagen, die dieses Mal in Laboe zusammen kamen. Der Referent, Herr Jacobshagen, studierte nach seinem Berufsleben Judaistik und konnte uns somit in die Kultur und Geschichte des Judentums einführen.

Die Kulturgeschichte der Juden ist über 3000 Jahre alt. Schon immer war das Land der Juden ein kleines Land, eingezwängt zwischen Großmächten. Es entstand wahrscheinlich östlich des Jordan und kleinere Gruppen kamen evtl. aus Ägypten. 1000 v. Chr. war König David der erste König über ganz Israel. Danach folgte sein Sohn Salomon. Dies alles ist mündlich übertragen, denn erst danach entstanden die Schriften, die das weitere Entstehen des Glaubens beschreiben.

587 v. Chr. war ein entscheidendes Jahr für die Juden. Der babylonische König Nebukadnezar plünderte die Tempel und verschleppte die jüdische Elite nach Babylon. Dieses babylonische Exil gilt heute als Geburtsstunde des Judentums. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es nun die Lehre von einem Gott - Monotheismus. Immer wieder gab es Auseinandersetzungen, z.B. mit Persern und Griechen, bis die Juden um Christi Geburt aus Jerusalem vertrieben wurden. Es begann die Diaspora (Zerstreuung) und damit eine Leidensgeschichte aus Vertreibung, Progromen bis hin zum Holocaust.

711 fielen die Mauren in Spanien ein und es begann eine zwischenzeitliche Blütezeit des Judentums. Moslems und Juden lebten 800 Jahre friedlich zusammen bis um 1500 die Christen dieses Gebiet zurück eroberten. Es begann ein Massaker an Menschen jüdischen Glaubens, die schon damals Kennzeichen tragen mussten. Als "Gottesmörder" mussten sie einen gelben Fleck oder ein Fünfeck auf der Kleidung tragen und durften nur noch in Zwangsgettoisierung - in abgegrenzten Gebieten - leben. Erst unter Bismarck endete diese Unterdrückung. Er erließ ein Gesetz zur Gleichberechtigung der Konfessionen.

Die durch alle Generationen immer wieder gestellte Frage lautet "Warum mochten die Menschen die Juden nicht?". Der Ursprung dieser Abneigung kann in der Selbstgettoisierung liegen. Die Menschen jüdischen Glaubens grenzten sich ab, besonders durch ihre Riten und Bräuche und durch den Wunsch "rein" zu bleiben. Ihr Gott Jave war unsichtbar, wurde nicht genannt, wogegen die anderen Völker viele Götter hatten, diese öffentlich verehrten und auch darstellten. Das weckte bei Andersgläubigen instinktive Abneigung bis zum Hass. Wobei hier darauf hingewiesen werden muss, dass es den ersten antijüdischen Gewaltausbruch bereits 400 v. Chr. in Ägypten gab. Im Beginn des 19. Jhds. gab man den Juden Schuld an hemmungslosem Kapitalismus wie auch am Kommunismus, man nannte sie minderwertig, aber auch erfolgreich - wie widersinnig.

Juden mit Geld in engen Zusammenhang zu stellen ist das gängige antisemitische Vorurteil. Wie ist dies entstanden und das Talent mit Geld umzugehen? Durch viele Jahrhunderte hindurch gab es immer wieder umfassende Berufsverbote für Juden. Sie waren unter anderem vom Handwerk und der Landwirtschaft ausgeschlossen. Es blieben ihnen nur Handel und Geldgeschäfte übrig. Durch astronomisch hohe Besteuerung waren sie gezwungen ebensolch hohe Zinsen zu verlangen. Das Finanztalent hat also historische Wurzeln, ist jedoch zur Verteufelung eines ganzen Volkes benutzt worden. Einige bekannte, wohlhabende Dynastien leben in Westeuropa, im Osten gab es fast ausschließlich bettelarme jüdische Familien.

Auch die Assimilation, der Angleich der Juden an die Umwelt, wurde immer falsch verstanden. Sie ist in Europa gescheitert und der Ursprung für den Zionismus. Dies bezeichnet die Bewegung, die auf die Errichtung eines jüdischen Staates in Palestina abzielt.

Wir erfuhren weiterhin, dass orthodoxe Juden 613 Gesetze einzuhalten haben, einiges über Feste und Riten, über koscheres Essen, die Tora und den Talmud, Jom Kippur und Sabbat.

Zum Schluss stellte sich die Frage, ob die Juden ein Volk, eine Rasse oder eine Religionsgemeinschaft seien. In Israel leben nur ca. 10 % orthodoxe Juden. Herr Jacobshagen erklärte uns, dass das Wort Schicksalsgemeinschaft es wohl am ehesten treffen würde.

Mit einem Büchergutschein bedankte sich unsere Vorsitzende Karen Kähler-Sye bei dem Referenten. Wir hatten wieder einmal Dinge erfahren, die uns bislang unbekannt waren.

Text und Bild Ulrike Schneider

Sonntag, den 29.09.2013

Die Landfrauen und die Erntekrone

Während des Herbstmarktes in Probsteierhagen kamen bis zum Nachmittag über ein Dutzend Landfrauen zusammen, um die Erntekrone für den Erntedankgottesdienst der St. Katharinen Kirche zu binden. Schnell wurde am Morgen das neue Zelt aufgebaut. An einer einfachen, aber zweckmäßigen Konstruktion aus Leitern und Besenstielen wurde das vorgefertigte Eisengestellt aufgehängt. Man band kleine Sträußchen aus Hafer, Gerste, Roggen und Weizen, die von geschickten Händen zu einer wunderschönen Erntekrone zusammengewunden wurden. Schleifen in den Farben Schleswig-Holsteins vollendeten das Werk.

Erntekrone

Die Krone nimmt Gestalt an

Erntekrone

Die Erntekrone ist fertig


Während des Gottesdienstes am darauffolgenden Sonntag fand die Erntekrone in der Kirche - hereingetragen von Landfrauen in Probsteier Tracht - ihren angestammten Platz. Wie schön, dass eine alte Tradition ist in Probsteierhagen noch sehr lebendig ist.

Text: Ulrike Schneider

Brodersdorf hat viel zu bieten

Zum ersten Ereignis nach der Sommerpause trafen sich die Landfrauen im September zu einem Dorfspaziergang in Brodersdorf. Sogar vier Männer hatten sich "getraut", dabei zu sein.

Brodersdorf

Antje Lage erzählt über die Dorfgeschichte

Antje Lage, die seit langer Zeit in Brodersdorf lebt, ging mit den 40 Gästen durch das Dorf und gab neben sehr informativen Berichten so manche Anekdote zum Besten. Wir erfuhren, dass Brodersdorf 1286 erstmals urkundlich in einem Verzeichnis klösterlicher Besitztümer erwähnt wurde. Zur Hoch-Zeit des Dorfes gab es sieben Bauern, einen Rademacher (Stellmacher), drei Schuster, 1 Mauermann und einen Schmied. Auch gab es selbstverständlich eine Schule, einen Laden mit Poststelle und eine Gastwirtschaft. Da fast in jedem Haushalt ein Schwein im Stall hatte, waren zwei Räucherkaten in regelmäßiger Benutzung. 1990 ist eine Räucherkate - leider samt Inhalt - den Flammen zum Opfer gefallen.

 

Insektenhotel

Helga David und Antje Lage die beiden Organisatorinnen vorm Insektenhotel

Nach diesem Kennenlernen des Ortes ging es zum nahe gelegenen Baumlehrpfad, wo uns schon Frau Dr. Heimann erwartete. Sie ist pensionierte Lehrerin und nun eine umso passioniertere Imkerin. Anhand der Schautafeln auf dem Baumlehrpfad erfuhren wir Erstaunliches über das Leben der Bienen und die ungeheure Wichtigkeit dieser so fleissigen Tiere für unser gesamtes Ökosystem. Ein kurzer Regenguss hielt uns nicht davon ab, gebannt zuzuhören.

Bienen

Frau Dr Heimann führt in die Welt der Bienen

In der Alten Schule von Brodersdorf warteten zweibeinige fleissige Bienen mit hübsch gedeckten Tischen und mehr als einem halben Dutzend Torten auf uns. Nach genüsslicher Schlemmerei führte uns Frau Dr. Heimann noch weiter in ihr Wissensgebiet ein. Es war mucksmäuschenstill, so spannend war ihr Bericht über die Welt der Bienen.

Unser Dank galt sowohl Frau Dr. Heimann als auch den Organisatorinnen Helga David und Antje Lage sowie ihren Helferinnen. Sie haben ihren Gästen einen wirklich abwechslungsreichen Nachmittag gestaltet. Es war uns ein Vergnügen, sie dafür mit Blumen, einem Gutschein zum Kaffeetrinken im "Alten Probsteier Café" sowie einem Insektenhotel zu beschenken.

Text: Ulrike Schneider
Fotos: Marlene Scheeler

Vom Käse in Holtsee zum Kunstcafé in Fleckeby

Der letzte Ausflug vor der Sommerpause führte 41 LandFrauen vom LFV Probsteierhagen an einem freundlichen Sommernachmittag Anfang Juli nach Holtsee zur Käserei, die seit 75 Jahren dort als Genossenschaftsmeierei Käse herstellt. Über die Geschichte des Käses, die verschiedenen Sorten und Herstellungsweisen erzählte uns Frau Kühl, ebenfalls LandFrau, Vorsitzende des LFV Gettorf und Botschafterin für heimische Produkte, anhand von Bildern und einem kleinen Film aus der Käserei. Wir probierten 5 verschiedene Käsesorten, wie Butterkäse, Bernsteiner (ein Hartkäse wie ein Bergkäse) und natürlich einen Tilsiter. Die Länge der Reifezeit in den Kellern ist unterschiedlich und bedingt den Geschmack des Käses. Während dieser Zeit wird der Käse immer wieder "gepflegt", bis 1948 war dies die Arbeit von Frauen. Gestaunt haben wir über die Menge von 60000Käselaibern, die in den Reifekellern lagern. Diese Menge würde den jährlichen Käsebedarf der Einwohner der Stadt Bremen decken. Die Käserei Holtsee hat sich in den 70ziger Jahren von den runden Käselaibern verabschiedet und stellt nur noch Käsebrote her. Die Käsescheiben passen dann besser auf rechteckige Brotscheiben.

LFV Probsteierhagen

Käseprobe in der Käserei Holtsee

Nach einem Besuch am Verkaufstresen wurden viele Käsetüten in den Bus verstaut, der uns nun durch die kleinen, gewundenen Landstraßen Richtung Eckernförde und weiter nach Fleckeby brachte. Hier warte im Kunstcafé schon die Besitzerin Frau Teuteberg-Tammling sehnsüchtig auf uns, denn wir hatten uns verspätet. Der frisch handgefilterte Kaffee wurde in wunderschönen Silberkannen auf die geschmackvoll dekorierten Tische getragen, und wir konnten uns von schönen Fotokarten die leckeren Tortenstücke aussuchen. Die Entscheidung fiel schwer: Sollte es nun die Jakobstorte mit Kirschen oder die Rum-Pflaumentorte oder die Argentinische Torte mit Karamell und Erdbeeren sein? Aber wir bekamen fachkundige Beratung über die Details der Torten, die alle von Frau Teuteberg Tammling selbstgebacken werden.

LFV Probsteierhagen

Kaffeeklatsch im Kunstcafé

Nach dem Kuchengenuss mussten wir unbedingt noch den liebevoll angelegten Garten mit über 100 Rosensorten und verschiedensten Clematisarten besuchen. In der kleinen Kunstgewerbestube lockten noch manche Kleinigkeiten zum Kaufen, sei es ein Kaffeebecher oder eine Stofftasche. Kaum saßen alle LandFrauen wieder im Bus, setzte der längst angekündigte Regen ein. Wir hatten mal wieder Glück mit dem Sonnenschein gehabt. Ein großer Dank ging an Helga Scherag, die diese Halbtagestour wieder gut geplant und durchgeführt hatte.

LFV Probsteierhagen

Gruppenfoto im Garten vom Kunstcafé

Bericht: Renate Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

Auf den Spuren Kieler Geschichte und berühmter Persönlichkeiten
Eine Stadtführung der besonderen Art (13. Juni 2013)

Der von Angela Gripp (Stadtführerin und LandFrau) geführte Spaziergang begann an der Kaisertreppe des Bahnhofs. 19 LandFrauen hatten sich hier versammelt und erfuhren gleich, warum man auch heute noch von der Kaisertreppe spricht: Hier konnte Kaiser Wilhelm II. durch den Ostflügel des Bahnhofs, in dem sich ab 1911 auch das Kaiserzimmer und andere Sonderräume für hohe Herrschaften befanden, den kürzesten Weg zum Hafen und zu seiner Yacht nehmen. Somit ist der Kieler Bahnhof auch heute noch der einzige Bahnhof Deutschlands, der direkt am Meer gelegen ist.

Auf der Hörnbrücke hörten wir, wie die Förde durch die letzte Eiszeit entstanden ist, dass sie ein natürlicher Tiefwasserhafen ist, wodurch Fähren und große Kreuzfahrtschiffe mitten in der Stadt anlegen können. 2 Segelolympiaden 1936 und 1972 wurden auf der Kieler Förde ausgetragen und der jährliche Höhepunkt ist immer die Kieler Woche.

Auf unserem Weg zum Rathaus kamen wir an der ehemaligen Landwirtschaftskammer vorbei, einem Bauwerk, das im sog. Klinker-Expressionismus Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde, schlenderten auf der Holstenstraße, der ersten Fußgängerzone Deutschlands bis zur Ostseehalle, die inzwischen in Sparkassen-Arena umgetauft worden ist. Die Stahlkonstruktion dieser Halle war ein ehemaliger Flugzeughangar von der Insel Sylt, der 1951 dort abgebaut wurde, als man sich für den Bau der Halle entschlossen hatte.

Kiel

Vor der Sparkassen-Arena

Das Rathaus von Kiel wurde von 1907 bis 1911 erbaut und vom Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. Der Rathausturm soll an den Markusturm in Venedig erinnern. Im Ratssaal bestaunten wir ein Gemälde von Dali, das er zur Olympiade 1972 geschaffen hat. Beim Verlassen des Rathauses erinnerte Angela Gripp in der Rathausstraße daran, dass hier das erste Ladengeschäft von Heinrich Wöhlk, dem Erfinder der Kontaktlinsen, gestanden hat, und wenige Schritte weiter auf dem Lorentzendamm befanden sich zwei Werkstatträume von Hermann Anschütz-Kaempfe, dem Erfinder des ersten Kreiselkompasses. Anschütz-Kaempfe verband seit 1915 eine lange Freundschaft zu Albert Einstein, der ihn viele Sommer lang in Kiel besuchte und der fast für eine Professur an der Christian-Albrecht-Universität gewonnen worden wäre. Ein weiterer berühmter Kieler Professor war Max Planck, geboren in Kiel und von 1885 bis 1889 Professor für theoretische Physik an der Kieler Universität. Ein Gedenkstein erinnert an ihn in der Faulstraße.

Kiel

Angela Gripp erzählt von Lotti Huber

Hier erfuhren wir auch über das Schicksal von Lotti Huber, die als jüdische Tochter in Kiel geboren und mit ihrer Jugendliebe Hillert Lühken, dem Sohn vom Oberbürgermeister von Kiel Emil Lühken (ab 1920), nach Berlin ging, wo er von den Nazis wegen Rassenschande erschossen wurde. Lotti Huber überlebte das KZ und ging nach Haifa ins Exil. Später kehrte sie mit ihrem Mann nach Berlin zurück und wurde durch die Filme von Rosa von Praunheim bekannt.

Am Alten Markt standen im 17. Jahrhundert "persianische Häuser", die als Packhäuser für den Seidenhandel mit Persien gedacht waren, der aber scheiterte. So wurden sie in Ratswohnungen umgewandelt, denn bis 1943 stand dort auch das Alte Rathaus Kiels.

Gleich hinter dem Alten Markt wurde 1242 das Kieler Kloster von Graf Adolf IV. gegründet, von dem aber nur noch Teile des Kreuzganges und des Refektoriums erhalten sind. Der vereinfacht wieder aufgebaute Turm der Klosterkirche trägt ein Konzert-Carillon aus 50 Bronzeglocken. Es erklingt jeden 1. Samstag im Monat.

1665 wurde das Kieler Kloster Gründungsstätte der Kieler Universität, die nach Herzog Christian Albrecht benannt wurde. Doch schon 100 Jahre später zog die Universität ins benachbarte Schloss um, da der Zustand der Gebäude zu wünschen übrig ließ. Gegenüber vom Schloss steht die Kilia-Statue, die früher den Prinz-Heinrich-Brunnen zierte. Die Statue, geschaffen vom Kieler Bildhauer Eduard Lürrsen, wurde dem Hohenzollern Prinz Heinrich zu seiner Hochzeit 1888 von der Stadt Kiel geschenkt.

Kiel

Prinz Heinrich lässt grüßen

Verabschiedet wurden wir von unserer Stadtführerin mit einem Gruß mit der Prinz-Heinrich-Mütze, die der Prinz als Oberbefehlshaber der deutschen Marine immer gern auf seiner kaiserlichen Yacht trug. Er war aber auch ein Liebhaber von Automobilen, und da es in Kiel häufiger regnete, hatte sich Prinz Heinrich auch den ersten Scheibenwischer ausgedacht, auch dies erfuhren wir von unserer versierten Stadtführerin, bevor unser geschichtlicher Rundgang durch Kiel zu Ende ging.

Kiel

Gemütlich im Längengrad

Gemütlich saßen später wir dann im "Längengrad" hoch oben im Stena-Terminal zusammen und ließen den Stadtrundgang dort ausklingen.

Text und Fotos: Renate-M. Jacobshagen

 

"Palliativ-Versorgung zu Hause"

Es ist ein schwieriges Thema und eigentlich möchte man sich damit überhaupt nicht befassen, aber Sterben gehört zum Leben. Darum haben sich die Landfrauen Probsteierhagen um einen Referenten bemüht, der sich mit der Palliativ-Versorgung zu Hause befasst. Herr Hub vom SAPV - Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung - klärte darüber auf, was Patienten in Ihrer letzten Lebensphase benötigen, um gut versorgt zu werden. Es gilt die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es geht aber auch um die Entlastung der pflegenden Angehörigen.

SAPV-Team Kiel


Das SAPV-Team Kiel und Umgebung ist Teil der DRK-Anschar-Schwesternschaft e.V. Die Grundlage für eine Versorgung durch die SAPV ist ein "komplexes Symptomgeschehen" und zu 99 % sind Krebspatienten betroffen. Nach einem Genehmigungsverfahren kommt die Krankenkasse zu 100 % für die Kosten auf. Zu dem Netzwerk der SAPV gehören examinierte Pflegekräfte, Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen sowie Sanitätshäuser und eine Apotheke. Weiterhin stehen dem Team Kooperationspartner wie Hospiz-Vereine und 20 Palliativärzte für Kiel und Umgebung zur Verfügung. Der Dienst ist rund um die Uhr sieben Tage 24 Stunden erreichbar und bietet somit Sicherheit für die Patienten sowie die pflegenden Angehörigen. Im Notfall ist ein Arzt oder auch eine Pflegekraft innerhalb 30 min vor Ort.

Es gibt einzelne Glücksfälle, in denen die Palliativ-Versorgung wieder abgesetzt werden kann und ein Patient gesundet. Der Regelfall ist dies jedoch leider nicht.

Die Ärztin Cicely Saunders (1918 - 2005) sagte es in einfachen Worten: "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben."

Text und Bild Ulrike Schneider

Die Landfrauen Probsteierhagen waren in Neumünster im Museum Tuch und Technik

Das Museum Tuch und Technik wurde 2007 am Gründungsplatz von Neumünster - am Kleinflecken - eröffnet. Dieses Museum erzählt Geschichten von Menschen, die in Neumünster gelebt und gearbeitet haben. Es ist ein Museum zum Anfassen und Mitmachen. Zwei kundige Museumsführerinnen begleiteten uns auf eine Zeitreise durch 2000 Jahre Textilgeschichte. Beim Betreten der Ausstellungshalle ist jedoch als erstes der Geruchssinn angesprochen: es riecht deutlich nach Maschinenöl. Dank der ständigen Versorgung damit sind viele Maschinen noch funktionsfähig, unter anderem die ersten Produktionsstrasse für Tuche.

Chronologisch sahen wir die Anfänge der Tuchherstellung in der Bronzezeit mit Gewichtswebstühlen, die Herstellung des Materials von der Wolle zum Tuch, bis hin zu den ersten mechanischen Webstühlen. Bis zum 18. Jahrhundert war die Stoffbreite durch die Armreichweite der Arbeiter auf ca. 70 cm beschränkt. Der gezeigte "Tweemannstohl" konnte ab 1759 von zwei Männern bedient werden. Dadurch konnten nun deutlich breitere Bahnen gewebt werden. Viele verschiedene Maschinen konnten wir bestaunen, wie die Spinnmaschine "Spinning Jenny" - abgeleitet vom englischen "engine", den Zampel-Webstuhl und den von Joseph-Marie Jacquard entwickelten Jacquard-Webstuhl, der entscheidend zur industriellen Revolution beitrug. Durch die Lochkartensteuerung konnten schon Anfang des 19. Jahrhunderts endlose Muster von beliebiger Komplexität mechanisch hergestellt werden.

Auch der erste automatische Webstuhl steht im Museum. Dieser wurde ab 1890 mit Dampf, ab 1905 elektrisch betrieben. Ab 1920 konnten damit Stoffe in neun Farben hergestellt werden. Hier wurden ebenfalls Lochkarten zur Steuerung eingesetzt.
Wir erfuhren, dass viele uns in der Alltagssprache vertraute Begriffe aus dem Weberhandwerk stammen: "nach Strich und Faden" (wurde der fertige Stoff untersucht), "spinnen" (die Frauen erzählten beim Spinnen Geschichten), "Kratzbürste" (ein Werkzeug zum Kämmen der Wolle) und sogar "Alter Knacker" (die Garnhaspel knackte nach jeder 20. Drehung).
Nebenher erfährt man durch die Museumsführerinnen auch einiges über die Geschichte der Stadt Neumünster, die 1870 das Stadtrecht erhielt. Dies geschah nicht zuletzt durch der florierenden Textil- und Lederindustrie. Zahlreiche Fabriken standen in der Innenstadt, deren Einwohner jedoch auch mit den Nachteilen wie Lärm, schlechter Luft und verschmutzten Gewässern leben mussten. Die letzte Manufaktur schloss in den 90er Jahren. Immer noch sind im Stadtwappen fünf Schornsteine zu sehen, die an diese Zeit erinnern.

Der Schnee machte den Landfrauen Probsteierhagen im März einen Strich durch die Rechnung, das Museum zu besuchen. Dank unserer Organisatorin Antje Steen konnten wir den Ausflug nun nachholen. Bei Kaffee und Kuchen in der Stadthalle und nach gemütlicher Heimfahrt über die Lande mit "Ruser" ging ein schöner Ausflug zu Ende.

Text und Fotos: Ulrike Schneider


"Frauenherzen schlagen anders"

Alle hatten es schon immer geahnt und nun von Prof. Weisser bestätigt bekommen: "Frauenherzen schlagen anders".  Prof. Dr. Burkhard Weisser lehrt und forscht an der Christian-Albrechts-Universität Kiel mit den Schwerpunkten Sportmedizin sowie Prävention und Rehabilitation durch Bewegung und Sport unter anderem unter den Aspekten Alterssport und Herzsport. Prof. Weisser ist weiterhin 1. Vorsitzender des Sportärztebundes Schleswig-Holstein. Die Landfrauenvereine Probsteierhagen und Schönkirchen schätzten sich glücklich, diesen kompetenten Mediziner zu dieser Weiterbildung gewinnen zu können.

Zu Beginn nannte Prof. Weisser nur einige der 200 inzwischen bekannten Risikofaktoren für den Herzinfarkt: Körpergröße, Beinlänge, tägliche Arbeitszeit, aber auch der Geburtsmonat gehören dazu. Negativ auf die koronaren Herzerkrankungen wirken sich besonders Sorgen, wie sozialer Abstieg, Eifersucht, Geldsorgen und Sorgen um die Gesundheit aus.

Jetzt wurde es wirklich ernst: Rauchen, Übergewicht, unbehandelter Bluthochdruck, hohes Cholesterin und mehr als 5 g Alkohol pro Tag gefährden die Gesundheit ernsthaft. Der Altersdurchschnitt der Herzinfarktpatienten liegt inzwischen bei über 70 Jahren. Aber selbst in diesem Alter lohnt es sich noch, durch Bewegung die körperliche Fitness zu erhöhen. Jeden Tag 30 min schnelles Gehen oder Fahrradfahren sind anzustreben. Zu Prof. Weissers Zeiten an der Universität Bonn gab es eine Fitnessgruppe "fit for 100", in der sich tatsächlich 100jährige Patienten körperlich betätigten.

Wenn man die Ängste von Frauen vor Brustkrebs oder Herzinfarkt einstufen will, ist die überwiegende Angst vor Brustkrebs fast unberechtigt. Die Sterblichkeit nach dem Herzinfarkt bei Frauen liegt mindestens 5x höher als die bei Brustkrebs. In den USA hat die Anzahl der weiblichen Herzinfarkte sogar schon die der Männer überholt. Jedoch ist die Lebenserwartung der Frauen nach wie vor höher als die der Männer. Aber nicht weniger Herzerkrankungen rufen diesen Unterschied hervor, sondern der hormonelle Schutz der Frauen vor der Menopause.

Frauen sind auch hinsichtlich der Diagnose "Herzinfarkt" höher gefährdet als Männer. Männer verspüren die klassischen Symptome mit sofort eintretenden starken Schmerzen. Bei Frauen erscheint der Herzinfarkt eher mit Beschwerden, die auf alles mögliche hindeuten können: Rückenschmerzen, Bauchschmerzen sowie Übelkeit. Frauen halten das eher aus und gehen frühestens am nächsten Tag zum Arzt. Der diagnostiziert dann oft nur einen Virusinfekt. In diesen Tagen ist schon wertvolle Zeit zu Erstbehandlung verstrichen.10 % der Infarkte bei Frauen werden gar nicht erkannt - ein sogenannter "stummer Herzinfarkt".
Die Wissenschaft schreitet voran, und so weiß man heute, dass nicht alleine ein hoher Blutdruck Gefährdung bedeutet, sondern der hohe Abstand zwischen dem systolischen und dem diastolischen (dem oberen und unteren) Wert. Auch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) tritt vermehrt bei Frauen erst nach der Menopause auf.

Dass unverheiratete Frauen älter werden als Ehefrauen, konnte diese Runde nur gelassen zur Kenntnis nehmen. Diese Information kam für die meisten anwesenden Frauen deutlich zu spät. Häusliche und familiäre Probleme aber sind immer ein negativer Faktor für Herzerkrankungen.

Fazit: Es lohnt sich auch im Alter von 70 Jahren noch, das Ruder herum zu reißen. Besonders wichtig ist der Alterssport. Das Infarktrisiko der Frauen steigt nach der Menopause an und mit dem einfachen Mittel der Bewegung kann man es deutlich verringern. Frauen nehmen im allgemeinen ihre Medikamente gegen Bluthochdruck konsequenter ein als Männer. Alleine dadurch erhöht sich ihre Lebenserwartung. Bluthochdruck muss auf jeden Fall behandelt werden! Eine gute Fitness gleicht als starker Schutzfaktor alle negativen Risikofaktoren aus. Die am wenigsten Trainierten können am meisten verändern. Man soll jedoch nicht sofort von null auf hundert anfangen, sondern zuvor ein Belastungs-EKG machen lassen. In den meisten Fällen gibt es dann grünes Licht für ein langes und vor allen Dingen gesundes oder zumindest gesünderes Leben.
77 Landfrauen und auch 4 Ehemänner interessierten sich für diesen Vortrag. Das Restaurant "Irrgarten" in Probsteierhagen bot einmal mehr einen angenehmen Rahmen mit guter Verpflegung für diese Veranstaltung.

Text: Ulrike Schneider, Fotos: Marlene Scheeler

 

Jahreshauptversammlung des Landfrauenvereins Probsteierhagen e.V.

Trotz Eis und Schnee konnte die 1. Vorsitzende des Landfrauenvereins Probsteierhagen e.V. - Frau Karen Kähler-Sye - 51 Landfrauen zur Jahreshauptversammlung in Suckow's Gasthof begrüßen. Die stellvertretende Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Plön - Frau Strohbeen-Hansen - überbrachte nicht nur die Grüße der Kreisvorsitzenden Angela Schneekloth, sondern stellte auch die diesjährigen Reisen der Kreislandfrauen in die Schweiz und nach Danzig vor.

Im Saal bei Suckow

Frau Kähler-Sye berichtete über die Aufgaben, Aktivitäten und auch Hilfestellungen der Arbeitskreise im Landfrauenverband Schleswig-Holstein. Durch die Veränderungen in den ländlichen Gebieten steht der Landfrauenverein schon lange nicht mehr nur Frauen mit bäuerlichem Hintergrund sondern in überwiegendem Maße auch Frauen aus allen Berufsgruppen offen. Besonders hervorgehoben wurden im vergangenen Jahr die Themen "Ernährung" und "sparsamer Umgang mit Ressourcen". In den Landfrauenvereinen treffen Tradition und Moderne aufeinander. Die Mitglieder sind "Alltagsexpertinnen", die weiter bemüht sein werden, die ländlichen Gebiete attraktiv zu erhalten.

Turnusgemäß standen im Vorstand die 1. Vorsitzende und die Schriftführerin zur Wahl. Die Mitglieder bestätigten Frau Karen Kähler-Sye  als 1. Vorsitzende und Frau Renate Jacobshagen als Schriftführerin in ihrem Amt. Auch wurde der Vorstand nach der Darlegung des Kassenberichtes von der Versammlung entlastet. Frau Kähler-Sye bedankte sich mit - vom netten Nachbarn gefertigten - Vogelhäuschen bei "ihren" Vorstandsdamen für die gute Zusammenarbeit.

Renate Jacobshagen, Karin Strohbeen-Hansen, Karen Kähler-Sye.

Mit einer Fotoshow wurden die Veranstaltungen des vergangenen Jahres in Erinnerung gerufen.

Die traditionell zum Kaffee gereichten Heissen Wecken waren ein willkommener Imbiss, bevor Marlene Scheeler und Renate Jacobshagen von ihren interessanten Reisen nach China berichteten.

Der Saal in Suckow's Gasthof bildete wieder einen schönen Rahmen.
Ein erfolgreiches Jahr 2012 ist nun abgeschlossen, und die Landfrauen freuen sich auf kommende Aktivitäten in 2013.

Text Ulrike Schneider / Bilder Marlene Scheeler

 

Impressionen vom Neujahrs-Frühstück in der Fischerwiege

 

50 LandFrauen genossen dieses Frühstück

Die Auswahl fällt schwer

Lolly Kähler liest eine plattdeutsche Geschichte

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