Aktuell

Eine Reise nach Grönland

Zur Weihnachtsfeier hatten die Landfrauen Probsteierhagen wieder Frau Lander-Laszig eingeladen, die 1. Vorsitzende der Deutsch-Dänischen Gesellschaft. Sie nahm uns in diesem Jahr mit auf eine bebilderte Reise nach Grönland, wo sie vor über 40 Jahren das erste Mal war - und seitdem fast in jedem Jahr.

Grönland

60 LandFrauen bei der festlich geschmückten Weihnachtsfeier

Grönland - auf grönländisch Kalaallit Nunaat - ist das Land, das dem Nordpol mit nur etwas über 700 km Entfernung am nächsten liegt. 85 % dieser riesigen Insel sind vom Inlandeis überdeckt, der größte Nationalpark der Welt erstreckt sich über ein Drittel des Landes. Von der Nord- bis zur Südspitze würde die Strecke von Oslo bis in die Sahara reichen. Die nur 57.000 Einwohner wohnen meist an der Westküste und verdienen sich ihren Lebensunterhalt größtenteils mit Krabbenfang. Eine Stadt mit gut 1000 Einwohnern gilt schon als Großstadt. Trotzdem lebt man in den einzelnen Ortschaften isoliert. Es gibt weder Bus- noch Bahnlinien, einzig Flugzeug, Boot und der Hundeschlitten sind die gebräuchlichen Fortbewegungsmittel. Der Flug von Kopenhagen dauert ca. 4 Stunden, genauso lange wie der Flug von der Süd- zur Nordspitze Grönlands. Die Temperaturen sinken in den dunklen Wintermonaten bis unter -40° C. Uns wurde von einem Dorfpolizisten berichtet, der den Motor seines Fahrzeugs im Oktober an- und in Mai wieder abstellt. Die Brille kann einem auf der Nase festfrieren.

Grönland

Die Besiedelung Grönlands begann vor 4500 Jahren aus Sibirien, Alaska und Kanada und zuletzt vor 1200 Jahren aus Thule. Bis 1953 war Grönland eine Kolonie Dänemarks. 1979 erlangte Grönland schließlich seine Selbstverwaltung sowie die Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. Die Inuit kannten bis zu ihrer Missionierung durch die „Herrenhuter“ Mitte des 18. Jahrhunderts keine Schrift. Auch werden die Verstorbenen erst seit dieser Zeit auf Friedhöfen bestattet - vorher wurden sie im Meer beigesetzt. Noch heute sieht man zur Weihnachtszeit viele Herrenhuter Sterne auf Grönland leuchten.

Wir sahen Bilder von sechs Frauen und zwei Kindern, die vollbekleidet mumifiziert gefunden wurden. Datiert auf 1475 konnte man die Bekleidung der damaligen Zeit nachvollziehen. Sie bestand schon damals aus Robben- und Renfellen und den Daunen der Eiderenten.

Man lebte im Winter mit mehreren Familien in Torfhäusern und zog in den Sommermonaten in Zelten aus Robbenfellen ans Meer. Zum Transport dienten damals wie heute Schlittenhunde.

 


Nie verlerne so zu lachen,
wie du jetzt lachst, froh und frei,
denn ein Leben ohne Lachen,
ist ein Frühling ohne Mai.

(unbekannt)

Tulpenkorb

Für das gemütliche Familienessen

mehr dazu ...

Die Hunde gelten als reines Arbeitsmaterial und sind sehr wertvoll. Ein Hundegespann besteht aus 10 - 13 Hunden, von denen einer alleine pro Jahr 600 kg Fleisch Futter benötigt. Gejagt wird das ganze Jahr über, im Winter an den aufgeschlagenen Eislöchern, im Sommer mit Kajaks. Die Worte „Kajak“ und „Anorak“ sind übrigens grönländischen Ursprungs. Immer weniger Jugendliche wollen in den teils unter 100 Einwohner zählenden Orten bleiben. Das traditionelle Verarbeiten der Robbenfelle gerät immer mehr in Vergessenheit, da sich die Robbenfelle nicht mehr ins Ausland verkaufen lassen. Auch das Kajakfahren starb in den 70er Jahren fast vollkommen aus. Erst seit einigen Jahren wird es wieder an den Schulen gelehrt - inklusive der Eskimorolle bei 2° „warmem“ Wasser. Es gibt Kindergärten für alle Kinder, und moderne Supermärkte. In der 16.000 Einwohner zählenden Hauptstadt Nuuk gibt es eine Universität, jedoch nicht für alle Studienfächer. Für ein Jura- oder Medizinstudium muss man nach Dänemark gehen. Besonders die Männer finden sich in ihren traditionellen Rollen nicht mehr wieder. Trotz vieler Bemühungen sieht die Jugend Grönlands oft keine Zukunft im eigenen Land. Alkohol, die höchste Selbstmordrate der Welt und Missbrauch sind leider die negativen Seiten dieses ungewöhnlichen Zusammenlebens.

Ulrike Schneider dankt Frau Lander-Laszig für ihren Vortrag über die Frauen Grönlands

Ulrike Schneider dankt Frau Lander-Laszig für ihren Vortrag
über die Frauen Grönlands

Zum Ende des Vortrages von Frau Lander-Laszig sahen wir weitere großartige Bilder aus der eisigen Landschaft Grönlands, begleitet von einem grönländischen Weihnachtslied. Wir bedankten uns mit einem herzlichen Applaus für diesen wunderschönen Vortrag, der uns in eine so eisige fremde Welt entführte.

Antje Lange dankt Ulla Lange und Evi Paasch für ihr Engagement bei der Plattdüütsch-und Kreativgruppe

Antje Lange dankt Ulla Lange und Evi Paasch für ihr Engagement
bei der Plattdüütsch- und Kreativgruppe

Dank an unsere Vorsitzende Karen Kähler-Sye von D. Ude

Dank an unsere Vorsitzende Karen Kähler-Sye von D. Ude

Text und Bild: Ulrike Schneider

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Vor dem Fall

Die Universitätsklinik Schleswig-Holstein in Kiel bemüht sich seit vier Jahren um Sturzverhütung - in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer, dem Sportbund, der Uni und auch den Landfrauen. Die Landfrauen Probsteierhagen haben in diesem Kontext den Unfallchirurgen Dr. Ove Schröder vom UKSH eingeladen, um „Sturz-Expertinnen“ zu werden.

Sturzprävention

68 LandFrauen lauschen dem Vortrag von Dr. Ove Schröder

Wir sollten nun viel über Ursachen und Folgen erfahren. Große Katastrophen geschehen aus kleinen banalen Dingen. Wenn man eine Gefahr wahrnimmt, z.B. Feuer, Hochwasser, ist sie oft schon eingedämmt. Dagegen ist ein Sturz immer unfreiwillig, plötzlich und unkontrolliert und meist aus einer höheren Ebene. Jeder über 65-jährige stürzt statistisch gesehen mindestens einmal im Jahr. Vier von fünf Stürzen ereignen sich zu Hause. Die Folgen sind Sturzangst und dadurch abnehmende soziale Kontakte. Von den 100.000 Patienten mit Oberschenkelhalsbruch im Jahr erreichen nur 50 % ihre vorige Beweglichkeit wieder. 15 % sterben sogar an den Folgen. Die Ursachen sind häufig schlechte Beleuchtung, Teppiche, Kabel, Glätte und falsches Schuhwerk.

Sehr erstaunt waren wir, dass das Fahrradfahren die beste Sturzprävention ist. Hierbei wird die Beweglichkeit erhalten und der Gleichgewichtssinn trainiert. Mit der Aufgabe des Fahrradfahrens steigt das Sturzrisiko enorm. Als Dr. Schröder die Landfrauen fragte, wer denn noch Rad fahre, meldete sich die Mehrheit. (Seine Bemerkung, dass man ja in der Probstei sonst nicht überall hinkommt, hat uns amüsiert.)

Die häufigsten Brüche betreffen das Handgelenk, die Schulter, die Wirbel und die Hüfte. Das Hauptproblem bei der Heilung einer Fraktur ist besonders bei Frauen häufig die Osteoporose. Das Behandlungsziel ist die schnelle Wiederherstellung. Sollten Sie stürzen und einen Bruch vermuten, essen und trinken Sie bitte ab sofort nichts mehr, um den Beginn der OP nicht unnötig zu verzögern. Dr. Schröder hatte einen ganzen Handwerkskasten mitgebracht und zeigte uns einen Fixateur, Platten, Nägel und Oberschenkelkopfprothesen, die heute zur schnellen Heilung „eingebaut“ werden. Informieren Sie den Arzt auf jeden Fall, wenn Sie an einer Metallallergie leiden. Danach kann der Operateur sich für das richtige Material der Hilfsmittel entscheiden. Viele dieser Teile verbleiben im Patienten, außer bei Jugendlichen, um deren Wachstum nicht zu behindern. Auch ein Wirbelbruch wird heutzutage mit zwei kleinen Schnitten behandelt, in die ein kleiner Ballonkatheter eingeführt wird. Mit diesem Hilfsmittel kann ein schnell bindender Knochenzement eingeleitet werden, der dem Wirbel wieder die nötige Stabilität verschafft. Leider existiert bei uns in Deutschland nicht das schwedische System. In Schweden gibt es seit 25 Jahren ein öffentlich einsehbares Prothesenregister, in dem Operateur, eingesetzte Prothese und Erfolg der Operation dokumentiert werden. Dies hat dort in kurzer Zeit einen enormen Qualitätsschub verursacht. In Deutschland wird ein solches Register erst seit einem Jahr geführt und ist leider nicht öffentlich einsehbar.

Dr. Ove Schröder erklärt eine künstliche Hüfte

Dr. Ove Schröder erklärt eine künstliche Hüfte

Wir waren nun neugierig, wie man diesen ganzen Unglücken vorbeugen kann. Uns wurden von Dr. Schröder folgende Maßnahmen eindringlich ans Herz gelegt: an erster Stelle steht das Licht. Dunkle oder fehlende Lichtquellen sollen vermieden werden. Eine kleine Lichtquelle mit Bewegungsmelder für die Steckdose gibt es im Baumarkt schon für 8,- Euro. Schaffen Sie sichere Wege in Ihrer Wohnung. Sichern Sie Ihre Teppiche oder verschenken Sie sie. Eine Schenkelhalsfraktur mit der Folge „Pflegeheim“ ist teurer als jeder Teppich. Sichern Sie Kabel an der Wand. Benutzen Sie im Bad rutschfeste Matten und feste Haltegriffe. Wenn man alleine lebt, gibt es einen Rufknopf für das Handgelenk, der schnell Hilfe herbeiholen kann. Mit einem Schenkelhalsbruch z. B. können Sie sich nicht mehr zum Telefon aufrichten. Bestehen Sie bei einer Osteoporosemessung auf der sogenannten „DEXA-Messung“. Auch festes Schuhwerk und sichere Leitern sorgen für Sturzvermeidung. Lassen Sie Ihre Sehkraft prüfen. Gehen Sie regelmäßig zu Ihrem Hausarzt. Er ist der Lotse durch unser Gesundheitssystem. Und vor allen Dingen: treiben Sie Sport. Dies ist bis ins hohe Alter möglich. Unser Sportverein in Probsteierhagen bietet wirklich für jeden etwas.

Nun die Arbeit: wir bekamen anonymisierte Fragebögen und Checklisten, die es sofort oder später auszufüllen galt. Grund dafür ist, wie man zu Hause für mehr Sicherheit sorgen kann. Die Checkliste fragt nach Gefahrenquellen in der häuslichen Umgebung. Dann werden 14 Tage für die Lösung der Probleme eingeräumt. „Was man in 14 Tagen nicht schafft, schafft man nie“ erklärte Dr. Schröder aus seiner langjährigen Erfahrung. Diese Checklisten bringen die Landfrauen, die an dem Vortrag teilgenommen haben, bitte entweder zu mir (Steinkamp 2a) oder zur Weihnachtsfeier am 9. Dezember mit. Sie helfen damit der Uniklinik bei der weiteren Sturzvorsorge.

Text: Ulrike Schneider
Bild: Marlene Scheeler

 

Wildfrüchte sammeln und verkosten

Ein schönes Herbstthema hatten die LandFrauen am 15. Oktober gewählt, und sie hofften auf einen goldenen Oktobertag, als sich 18 Frauen nachmittags an den Kasseteichen trafen. Aber es war kalt und nieselte. So war es gut, dass Ilse Göttsch die Tische schön geschmückt in die offene Scheune gestellt hatte. Die Natur- und Landschaftsführerin Antje Bubert aus Schellhorn berichtete kurz, wie sie den Nachmittag gestalten wollte und zeigte eine große Enzyklopädie über essbare Wildpflanzen von Steffen Fleischhauer, die all unsere Fragen beantworten würde. Dann wanderten wir los entlang der Angelteiche auf gut gemähten Wegen und fanden Weißdorn, Hagebutten, Holunder, Brombeeren und Schlehen. Zu jeder Frucht konnte Frau Bubert uns interessante Dinge über die Wirkweisen und Inhaltsstoffe erzählen und auch einige Rezepte verraten. Wie man aus Weißdornfrüchten ein Brot backen kann oder warum Schlehen auch die Oliven des Nordens genannt werden: Man kocht sie in Salzwasser und lässt sie einige Wochen in der Salzlake stehen und legt sie schließlich in einer Ölmarinade ein. Die hellrot leuchten Beeren der Wasser-Schneeball sind leider so giftig, dass sie selbst die Vögel meiden. Erst wenn der Frost gekommen ist, fallen die Schneedrossel darüber her.

Antje Bubert erklärt Wildfrüchte

Antje Bubert erklärt Wildfrüchte

Der Weg führte uns bis zum großen Wehr, wo das Wasser des Teiches abfließen kann, wenn die Karpfen abgefischt werden sollen. Dort erklärte uns Ilse Göttsch, wie nächstes Wochenende die Karpfen und Schleie gefangen werden, und wie der Teich sich dann langsam wieder nur mit Regenwasser füllt. Im März werden dann die neuen Karpfen mit einer Größe von ca. 1 kg eingesetzt, die bei diesem Gewicht dann nicht von den Kormoranen geholt werden.

Ilse Göttsch berichtet über das Abfischen der Kasseteiche

Ilse Göttsch berichtet über das Abfischen der Kasseteiche

Auf dem Rückweg schreckte uns ein lauter Knall auf, der aber nur die Kormorane verscheuchen sollte. Im  lichten Buchenwald erfuhren wir, warum die Blätter der Zitterpappel auch schon bei leichtem Wind zittern. Die Stängel der Blätter sind in der Aufsicht ganz schmal, aber von der Seite gesehen breiter, so geben sie eine gute Angriffsfläche für den leisesten Windhauch. Die Buchenstämme im Wald sind glatt und wachsen ohne Seitenäste gerade nach oben. Da, wo bei einem Solitärbaum viele ausladende Äste sind, sieht man im Wald nur leichte Ringe in der Rinde der Buchen.

Wir waren wieder in der Scheune angekommen, wo wir uns alle auf den wärmenden Tee freuten. Außerdem konnten wir viele verschiedene Marmeladen und Chutneys aus Wildfrüchten mit leckerem Brot und Knäckebrot vom Passader Brotbäcker probieren. Varianten von Hagebutten-Marmelade, von Holunderbeeren, der Kornelkirsche und Vogelbeeren- Chutney, auch aus den Vorräten einiger LandFrauen,  wurden auf das Brot gestrichen und als verkostet. Frau Bubert hatte noch frische Kornelkirschen und Kornelkirschen in Gewürzessig zum Probieren mitgebracht. Sie erklärte uns noch weitere Wildfrüchte, und am meisten erstaunte uns, dass das süße, etwas schleimige Fruchtfleisch der Eibe essbar ist, nur der Kern darf nicht zerkaut und gegessen werden, denn dort sitzen die giftigen Taxine. Vor allem die Nadeln der Eibe sind sehr giftig, besonders auch für Pferde.

Marmeladen und Chutneys aus Wildfrüchten

Marmeladen und Chutneys aus Wildfrüchten

Unsere Esskultur sollte viel häufiger durch Essbares aus der Natur bereichert werden, weil wir dort viele Inhaltsstoffe finden, die für ein gesundes Leben wichtig sind. Dies ist sicher das Fazit, das wir nach diesen interessanten, aber feucht-kalten 2 Stunden mit nach Hause nehmen. Vielen Dank nochmals an Ilse Göttsch für ihre große Gastfreundschaft und an Antje Bubert für ihren interessanten Wissensschatz.

Renate-M. Jacobshagen

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Die Landfrauen und Erntedank

Auf dem diesjährigen Herbstmarkt im und am Schloss Hagen haben die Landfrauen in vergnügter Runde Getreidesträuße für den Erntedankgottesdienst gebunden. Schon kurz vor der Ernte wurden dafür Weizen, Roggen, Gerste und Hafer noch etwas unreif geschnitten und bis zum Binden vor Mäusen und Vögeln geschützt aufbewahrt.

Marlene Scheeler Ulrike Schneider Karen Kähler-Sye und Antje Lage bei Getreidesträuße-Binden

Marlene Scheeler Ulrike Schneider Karen Kähler-Sye und Antje Lage bei Getreidesträuße-Binden

Von den Landfrauen aus Brodersdorf wurde die St. Katharinen Kirche mit Gemüse, Obst, Brot, Eiern, Blumen und vielem mehr wunderschön geschmückt. Es war eine Freude, den Altarraum anzuschauen.

Erntedank

Nach dem Erntedankgottesdienst verschenkten die vier Landfrauen Ilse Göttsch, Karen Kähler-Sye, Lolly Kähler, und Gudrun Köpke in Probsteier Tracht die Getreidesträuße an die Gottesdienstbesucher. Auch dieser Anblick war eine Augenweide. Wie gut, dass es noch Menschen gibt, die dafür sorgen, dass alte Traditionen nicht in Vergessenheit geraten.

Text : Ulrike Schneider
Foto: Marlene Scheeler

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Dorfspaziergang durch Passade am 23. Sept. 2015

Im Wendischen hieß das Dorf „Potzade“, heute ist es Passade, ist 432 ha groß und hat 350 Einwohner. Durch dieses Dorf führte Karl-Gerhard Lamp 33 LandFrauen und wusste viel über die Geschichte und seine Einwohner zu berichten. Der Passader See ist 292 ha groß und bis zu 12 m tief und wird auch heute noch vom Fischer Paustian bewirtschaftet. Die erste Schule wurde 1727 erwähnt. Zuerst gab es Unterricht auf der Diele vom Schuster oder Schneider und ab 1853 in einem eigenen Gebäude bis zum Sommer 1969. Von da an gingen die Kinder nach Probsteierhagen zur Dörfergemeinschaftschule.
Unser Weg führte vom Hof Schneekloth-Plöger zu der ehemaligen Bauernvogtstelle, jetzt Hof Blöcker, den Tegelredder entlang, wo ab 1853 eine Ziegelei bis zum Ende des 1. Weltkrieges betrieben wurde. Weiter zum ersten Neubaugebiet „Grootkoppel“, der ehemaligen Schulkoppel, das 1993 entstand. Die schmucken Häuser sind nun von allen Seiten in die Grünanlagen integriert. 

Karl-Gerhard Lamp mit 33 LandFrauen

Karl-Gerhard Lamp mit 33 LandFrauen

Auf dem Weg zurück zum Feuerwehrhaus und weiter am See entlang, bestaunten wir das Kunstwerk vom Kunstschmied Hesse, das vorm Gerätehaus steht. Wir hörten über die große Expansion des Passader Backhauses, das heute 63 Mitarbeiter hat und mit zwei Läden und auf vielen Wochenmärkten im Umland vertreten ist.

Seit 1961 trainiert der Wasserskiclub auf dem Passader See. 10 Jahre zuvor hatte sich schon der Kieler Anglerverein einen Anlegesteg mit kleinem Hafen am Seeufer gebaut. Zu dieser Zeit gab es im Ort noch 52 Pferde und 2 Trecker und bis 1965 auch noch eine Hengststation auf dem Hof Göttsch. 20 Jahre später gab es kein Pferd mehr in Passade, aber 18 Trecker und Mähdräscher.

Lange Traditionen haben die „Totenbeliebung“ und die „Schweinegilde“, aber auch durch viele andere Vereine und Aktivitäten wird der gute Zusammenhalt im Dorf gepflegt. Seit 1955 gibt es nur noch eine kommunale Wählervereinigung als einzige politische Vereinigung im Ort.

Und natürlich ist die freiwillige Feuerwehr nicht aus dem Dorfgeschehen  wegzudenken. Seit 1891 gab es schon eine Feuerwehr, aber die freiwillige Feuerwehr von Passade wurde 1935 gegründet. Die Jugendfeuerwehr kam 1982 dazu und hat heute  11 Jungen und Mädchen als Mitglieder. Jedes Jahr wird das Theaterstück der Feuerwehr mit großem Applaus bedacht, und natürlich wird auch ein Feuerwehrfest gefeiert.

Unser Weg führte uns zu 2. Neubaugebiet am Gödersdorfer Weg am anderen Ende des Dorfes, das 1998 begonnen wurde, und schließlich zum Gasthof „Fischerwiege“, wo wir mit einem Abendimbiss und mit letzten wichtigen Details über Passade den interessanten Nachmittag ausklingen ließen. Unser Dank galt Karl-Gerhard Lamp, der uns Passade in so lebendiger Art und Weise nahe gebracht hatte, und Susanne Minkenberg, die diesen Nachmittag für uns organisiert hatte.

Karen Kähler-Sye dankt K-G. Lamp und S. Minkenberg

Karen Kähler-Sye dankt K-G. Lamp und S. Minkenberg

Bericht: Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Ausflug zum „Garten der Horizonte“

07. Juli 2015

1-Im Garten der Horizonte

Im Garten der Horizonte

2-Fröhlicher Stauden-Einkauf

Fröhlicher Stauden-Einkauf

4-Kaffee und Kuchen im Rosencafé

Kaffee und Kuchen im Rosencafé

Der Busfahrer genießt auch den Kuchen

Der Busfahrer genießt auch den Kuchen

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Ausflug zum Gut Knoop

Sommer in Schleswig-Holstein heißt in diesem Jahr: Kälte und Regenschauer! Aber dieses Wetter hielt 19 LandFrauen am 18. Juni 2015 nicht davon ab, einen Ausflug zum Gut Knoop am Nord-Ostsee-Kanal zu machen. Der Hausherr selber, Herr Hirschfeld, führte uns durch das klassizistische Herrenhaus und wusste  viel über die Geschichte des Gutes zu erzählen. Das alte Wasserschloss, das von den von Rantzau im 16. Jahrhundert errichtet worden war, wurde 1792-1796 durch den Bau des klassizistischen Herrenhauses nach den Plänen eines dänischen Architekten für Caroline von Baudissin errichtet. Zusammen mit dem Gut Ehmkendorf, das ihre Schwester Julia von Reventlou bewohnte, wurde es zu einem kulturellen Zentrum in Schleswig-Holstein, dem Ehmkendorfer Kreis. Der große Landschaftspark erstreckte sich bis an das Ufer des alten Eiderkanals. Die Räume sind sehr gradlinig ausgerichtet und wurden von Künstlern wie Ludwig Philipp Strack und dem Italiener Giuseppe Pellicia reichhaltig ausgestattet und bemalt. 4 von Strack gemalte Landschaftsbilder zieren heute noch den Gartensaal, der sich nach Süden zum Kanal öffnet.

Vor den Landschaftsgemälden im Gartensaal

Vor den Landschaftsgemälden im Gartensaal

Im Speisesaal überrascht ein mächtiger, bunter Glas-Leuchter aus Murano. Die Nischenbilder und Stuckbänder sind Ausmalungen von Pellicia.

Murano-Leuchter im Speisesaal

Murano-Leuchter im Speisesaal

Den Musiksalon schmücken einzigartige bemalte Papiertapeten, die in den letzten Jahren sehr aufwendig und teuer restauriert wurden.

Der Bremer Tabakkaufmann Heinrich Richard Hirschfeld kaufte das Anwesen mit dem mächtigen Säulen-Porticus 1903 und ließ 1910 von dem Bremer Architekten ein Teehaus errichten, das 2008 aufwendig renoviert wurde. Ein Gemälde von Heinrich Richard Hirschfeld, gemalt von Hans Olde d. Älteren prangt in der großen Eingangshalle wie auch ein Bild der Urgroßmutter des jetzigen Besitzers, das Max Liebermann 1906 für 9000 Goldmark gemalt hat.

Wir LandFrauen verlassen beeindruckt von der Geschichte des Gutes Knoop über das mächtige Portal das Herrenhaus, um weiter kanalaufwärts zum Gut Warleberg zu fahren. Dort  auf einer kleinen Anhöhe über dem Nordostsee-Kanal, mitten zwischen Obstplantagen und Erdbeerfeldern wartet auf uns in einem luftigen Café-Zelt Erdbeerkuchen und Kaffee.

Erdbeerkuchen in kühler luftiger Höhe über dem Kanal

Erdbeerkuchen in kühler luftiger Höhe über dem Kanal

Da leider schon wieder die dunklen Wolken über dem Kanal die nächsten Regenschauer ankündigen und der Wind uns leicht frieren lässt, suchen wir Schutz hinter den Zeltplanen und wärmen uns mit Kaffee und Wolldecken über den Knien. Auf der Schifffahrtsstraße ziehen große Containerschiffe vorbei und dazwischen plötzlich der Raddampfer Freya auf dem Wege zur Holtenauer Schleuse.

Containerschiff und Raddampfer Freya

Containerschiff und Raddampfer Freya

Hätte die Sonne geschienen, so wäre vielleicht die eine oder andere noch zum Erdbeerpflücken gegangen, so aber scheuchte uns der nächste Regenschauer zurück in die Autos, die uns nach Hause brachten.

Sicher bleiben aber die Eindrücke von dieser Fahrt in die Geschichte der Güter Schleswig-Holsteins noch lange in unserem Gedächtnis. Vielleicht gilt unser nächster Besuch dem Gut Ehmkendorf.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Radtour durch den Spreewald Juni 2015

An einer wunderbaren sechstägigen Radtour, geplant vom LFV Kirchbarkau, durch den Spreewald nahmen 10 LandFrauen vom LFV Probsteierhagen im Juni 2015 teil. Wir wohnten etwas abgelegen in einem komfortablen Hotel, 7 km von Lübben entfernt. Die erste Radtour endete im Regen, am zweiten Tag froren wir entsetzlich bei einer Kahnfahrt durch den Spreewald, aber dann begleitete uns immer die Sonne, und am letzten Tag radelten wir bei 32°C. Insgesamt schafften wir 203 km mit dem Rad, es gab keine Unfälle, Pannen oder Unmutsäußerungen, obwohl insgesamt 36 LandFrauen aus dem Kreis Plön  in einer endlosen Reihe unterwegs waren.

Endlose Radtour der LandFrauen

Endlose Radtour der LandFrauen

Der Radführer Georg Hansen und der Busfahrer Momme Christiansen hatten die einzelnen Touren sehr abwechslungsreich geplant. Es gab immer unterwegs Verpflegungsstationen, wo die verlorenen Kalorien wieder aufgefüllt werden konnten. Der Transport und die Verladung der Räder waren vorbildlich, auch wenn es jedes Mal für die beiden wirkliche Knochenarbeit war, denn es mussten u.a. 12 E-Bikes gestemmt werden.

Gruppenfoto: landFrauen mit 2 Herren

Gruppenfoto: LandFrauen mit 2 Herren

Die Radwege waren meist gut zu befahren und bestens ausgeschildert. Sie verliefen entlang von Dämmen, vorbei an riesigen Teichanlagen, auf einsamen Landwirtschaftswegen und wenig befahrenen Straßen. So lernten wir unberührte  Natur mit zwitschernden Vögeln, vielen stolzierenden Störchen und großen Ansammlungen von Schwänen kennen, aber auch die Städte Lübben, Lübbenau, Burg und die Universitätsstadt Cottbus. Einen Stopp mit Besichtigung gab es bei einer alten Wind-, Öl- und Sägemühle, bei einer Bierbrauerei, dem Gurkenmuseum und beim Erlebnisland „Tropical Islands“, einer riesigen, früheren Zeppelinhalle.

Spreewälder Bierbrauerei

Spreewälder Bierbrauerei

Probieren der Spreewälder Gurken   Tropical Islands
Probieren der Spreewälder Gurken   Tropical Islands
     
Windmühle Staupenitz   Abschiedsabend auf der Terrasse
Windmühle Staupenitz   Abschiedsabend auf der Terrasse

Unser Dank galt am Ende der Reise vor allem Lore Böhe, der Vorsitzenden vom LFV Kirchbarkau und den beiden uns begleitenden Herren Georg und Momme für diese gelungene, gut organisierte Fahrt.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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LandFrauen genießen Spargel, Wakenitz-Fahrt und Lübeck

Am Vortag war fast April-Wetter mit heftigen Regengüssen, Hagel und Wind und etwas Sonne, aber als 41 LandFrauen vom LFV Probsteierhagen am 20. Mai 2015 sich auf die Busfahrt zum Spargelhof Löding am Ratzeburger See machten, lachte die Sonne, und Regen gab es gar nicht. Nach einer Fahrt durch die blühenden Rapsfelder und das frische Maigrün empfing uns der Seniorchef und berichtete von der Geschichte und Entwicklung seines Hofes bis hin zu diesem attraktiven Spargelhof mit vielen Angeboten und Aktivitäten.

Wakenitzfahrt
Herr Löding sen. begrüßt die LandFrauen“ einfügen

Nach der Spargelernte werden die Himbeeren bis in den September geerntet und vermarktet. Sie können auch selber gepflückt und im Frucht-Café als Torte genossen werden. Wir aber waren zum leckeren Spargel-Buffet angemeldet. Von der reichhaltigen Spargelsuppe über köstlichen Stangenspargel mit Butter oder Hollandaise, dazu Schinken und knusprige Schnitzel waren wir begeistert und den Abschluss krönte eine fruchtige Himbeergrütze mit Vanillesauce.

So prächtig gesättigt ging es auf kurze Busfahrt nach Rothenhusen, wo der Einstieg für die Dampferfahrt auf der Wakenitz war. Ein frischer Wind kam über den Ratzeburger See und verscheuchte die Wolken. So konnte eine Reihe von LandFrauen sogar auf dem Oberdeck die Sonne bei der gemütlichen Fahrt durch den Auenwald der Wakenitz genießen.

Wakenitzfahrt
Auf dem Oberdeck der Wakenitz

Nicht umsonst nennt man diese Landschaft den „Amazonas des Nordens“, denn durch die lange Zeit der deutsch-deutschen Grenze, die auf der Wakenitz verlief, haben sich viele Arten von Pflanzen und Tieren ungestört erhalten können. Gemütlich und gepflegt wurden wir im Salon oder auf dem Oberdeck auf dieser romantischen Flussfahrt versorgt. Aussteigen wollte an der Moltkebrücke in Lübeck eigentlich keine von uns.

Doch der Bus wartet mit einem Stadtführer aus Lübeck auf uns. Auf einer kurzen Fahrt ins Zentrum von Lübeck erfuhren wir viel von den Ursprüngen und der Geschichte dieser Hansestadt, die als Handelsknotenpunkt vor allem mit Salz zu großem Reichtum gelangte. Der Bus fuhr vorbei am Dom und dem Holstentor, der Schiffergesellschaft bis zum Heiligen-Geist-Hospital und der Jakobi-Kirche. Zu allem gab uns unser Stadtführer Herr Schattschneider detailliert Auskunft. Das Rathaus und die riesige Marienkirche, die größte Backsteinkirche Deutschlands, im Rücken des Rathauses besuchten wir zu Fuß.

Wakenitzfahrt
Der Stadtführer erklärt das Relief von Lübeck

Nach dieser ausführlichen Stadtführung hatten wir noch einige Freizeit, um vielleicht bei Niederegger ein Stück Marzipantorte zu genießen, bevor wir vom Parkplatz bei der MUK wieder die Heimreise antraten. Gegen 20 Uhr trafen wir dann erfüllt von diesem gelungenen Tag wieder in Probsteierhagen ein.

Fotos und Bericht: Renate-M. Jacobshagen

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„Sauer macht nicht immer lustig“

„Ist unser Säure-Basen-Haushalt“ ausgeglichen?“, dies war die Frage, zu der 43 LandFrauen am 23. April 2015 eine Antwort suchten. Das Thema der Bildungsreferentin Frau Dr. Brüssow-Harfemann vom Landesverband S-H an diesem Abend hieß: „Sauer macht nicht immer lustig“. An vielen Beispielen für eine gesunde Lebensweise erfuhren wir, dass wir den Morgenkaffee nicht auf nüchtern Magen trinken sollten, die Flüssigkeitsmenge an Wasser oder Kräutertee mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag betragen sollte und wir den Fleischbedarf pro Woche begrenzen könnten. Nur hochwertiges Kristall- oder Meersalz, vielleicht auch Kräutersalz in Maßen kann unsere Ernährung verbessern, und haben wir schon unseren Verzehr an weißen Zucker reduziert und einmal den Zuckergehalt in Fertigprodukten und Gebäck beachtet? Fühlen wir uns schlapp und abgeschlagen, vielleicht über mehrere Tage, so kann ein Basenbad als Vollbad mehrmals in der Woche oder ein tägliches Fußbad helfen. Natürlich hebt viel Bewegung an der frischen Luft unsere Stimmung, vor allem, wenn wir dabei auch kräftig durchatmen. So kann das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper wieder hergestellt werden.

1-Mit großem Interesse lauschen die LandFrauen dem Vortrag

Mit großem Interesse lauschen die LandFrauen dem Vortrag

Fördern wir die „Entsäuerung“ mit einem Entschlackungstag, wie Obsttag, Reistag oder vielleicht einem Fastentag mit Brühe und einem Basenpräparat aus Reformhaus oder Apotheke.

Ein letzter guter Rat ist: Lachen Sie viel und gewinnen Sie allem die positive Seite ab. Vielleicht sollte man auch ab und zu 7 gerade sein lassen! Einen Satz werden wir im Gedächtnis behalten: „Iss nichts, was nicht Deine Oma als Essen erkannt hätte!“

Dietlinde Ude dankt Frau Dr. Brüssow-Harfemann

Dietlinde Ude dankt Frau Dr. Brüssow-Harfemann

Alle LandFrauen verließen diesen Abend mit vielen neuen Anregungen und guten Vorsätzen. Die 2. Vorsitzende Dietlinde Ude dankte der Referentin mit einem schönen Blumenstrauß für diesen anregenden Vortrag.

Text: Dietlinde Ude/Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler  

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Zeigt her Eure Füßchen ...

Wohl jede der über 50 Landfrauen, die sich im Irrgarten zusammen fanden, fühlte sich angesprochen. Der Landfrauenverein Probsteierhagen hatte zu einem Vortrag mit dem Titel „ Wenn der Schuh drückt“ eingeladen. Frau Dr. Stefanie Dworak arbeitet als Oberärztin der Abteilung Fußchirurgie im Lubinus Clinicum Kiel. Sie konnte viel über Fehlstellungen der Füße berichten. Die Abteilung der Fußchirurgie führt im Jahr ca. 1.200 Operationen an Füßen durch.

Es gibt zahlreiche Fehlstellungen an Füßen. Zum Beispiel, dass gut 50 % der Spreizfüße ursächlich nicht durch falsche Schuhe, Übergewicht etc. entstanden sondern genetisch bedingt sind. Der große Zeh des Menschen ist die Weiterentwicklung des wie ein Daumen greifenden Zehs der Primaten. Die Entwicklung zum geraden Mittelfuß und somit des geraden großen Zehs ist bei Spreizfußpatienten leider nicht vollständig vollzogen worden. So ungern wir es vielleicht hören, aber die evolutionäre Entwicklung unserer Füße ist noch nicht optimal abgeschlossen. Frauen trifft dieses Phänomen öfter als Männer und bei den Schwarzafrikanern findet man dieses Krankheitsbild überhaupt nicht. Patienten mit Spreizfüßen leiden häufig nicht nur unter Schmerzen in den Füßen, sondern auch unter daraus resultierenden Beschwerden, wie z.B. Rückenschmerzen. Bei zu starken Beschwerden ist eine „kleine Operation“ angesagt. Diese OP ist jedoch nur aus Sicht des Arztes klein, der Patient dagegen muss mit einer vier bis sechs wöchigen Heilungsphase rechnen. Danach kann man aber im Regelfall wieder schmerzfrei laufen.

Die Hammer-, auch Krallenzehen genannt, sind ebenfalls eine häufig auftretende Fehlstellung des Fußes, die den Patienten nicht schmerzfrei leben lassen. Hierzu warnte uns Dr. Dworak vor der Verwendung von Tinkturen, die Salicylsäure enthalten. Diese Tinktur wird häufig zur Beseitigung der durch Hammerzehen entstehenden Hühneraugen benutzt. Der wirklich gefährliche Nebeneffekt kann sein, dass sich eine dauerhafte Infektion unter dem Hühnerauge bis zum Knochen bildet, die schlimmstenfalls zur Amputation der betroffenen Zehen führen kann. Sollten die Zehen das schmerzfreie Laufen zu sehr beeinträchtigen, kann auch hier eine OP Abhilfe schaffen.

Schwielen, Warzen, Verschleiß vom Sprunggelenk sowie Fersensporn wurden auf  Dia gezeigt und deren Behandlungsvorschläge besprochen. Viele dieser Beeinträchtigungen können operativ deutlich verbessert, ja sogar beseitigt werden. Der Fersensporn macht den Medizinern jedoch immer noch Kopfzerbrechen. Es gibt über 30 konservative oder operative Therapiemethoden. Leider kommt man hier nicht über eine Erfolgsquote von
50 % hinaus. Es gibt noch keine sichere Methode dieses lästige Leiden anhaltend zu verbessern.

Wer jedoch „nur“ ein dauerhaftes unangenehmes Kribbeln zwischen dem 3. und 4. Mittelfußknochen spürt, dem kann evtl. schnell geholfen werden. Es kann sich um einen gutartigen Tumor - ein Nervenbündel - mit ausstrahlenden Schmerzen handeln. Eine ambulante 10 minütliche Operation unter lokaler Betäubung kann hier schnell Abhilfe schaffen.

Wenn der Schuh drückt

Bei vielen Beschreibungen der Fußbeschwerden konnten die Landfrauen zustimmend nicken. Diese ereilen wohl bald jeden irgendwann. Das Thema wurde uns Laien verständlich näher gebracht und wir fühlten uns kompetent und umfassend informiert. Wir bedankten uns mit herzlichem Applaus und einem Geschenk bei Dr. Dworak.

Text und Bild: Ulrike Schneider

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Jahreshauptversammlung der Landfrauen Probsteierhagen

Der Saal bei Suckow war voll, denn es war Jahreshauptversammlung des Landfrauenvereins Probsteierhagen e.V.. Damit das umfangreiche Programm bewältigt werden konnte, traf man sich schon um 14 h. Nach der Begrüßung der 1. Vorsitzenden, Karen Kähler-Sye, ging es mit einem Bericht über die Unternehmungen des Jahres 2014 und eine Vorschau auf 2015 weiter. Der
Kassenbericht wurde vorgestellt und die Kassenprüferin bestätigte die ordnungsgemäße Führung der Finanzen.

Jetzt kam man zu den fälligen Wahlen für den Vorstand. Mit Bedauern mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass sich Susanne Heimann nach ihrer Amtsperiode von vier Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Auf Vorschlag aus den Reihen der Landfrauen wurde Dietlinde Ude einstimmig zur neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Weitere wiedergewählte Vorstandsmitglieder: Marlene Scheeler - als
stellvertretende Vorsitzende, Nicole Zebrowski - als Kassenführerin - und Martina Andresen - als stellvertretende Schriftführerin. Durch die Wahl von Dietlinde Ude wurde der Posten der stellvertretenden Kassenführerin frei, den nun nach einstimmiger Wahl Inge Voss einnimmt. Puh, wir hatten es geschafft, aber solche Dinge müssen eben auch einmal im Jahr sein. Nun gab es endlich Kaffee und die traditionellen Heissen Wecken mit Butter, die dankbar angenommen und mit gutem Appetit verspeist wurden.

Vorstand 2015


Als unterhaltsamen Programmpunkt stellte uns Fritz Breitfelder aus Prasdorf sein Buch über „Lilly Arp - eine Prasdorfer Bäuerin im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ vor. Veranschaulicht mit Bildern erfuhren wir, welch ungewöhnliche Frau die Großmutter von Udo Jürgens gewesen ist. Die Berühmtheit sollte Lilly Arp jedoch nicht durch ihren beliebten Enkel erhalten, sondern vielmehr durch ihren aufregenden und bewundernswerten Lebensweg. Ihr Leben lang der kommunistischen Idee verbunden, wehrte sie sich gegen das menschenverachtende System der Nazis. Sie hatte den Mut, verfolgten Menschen zu helfen und nahm dabei billigend in Kauf, selbst verfolgt zu werden und ins Gefängnis zu kommen. Fritz Breitfeld gebührt besonderer Dank, dass er
hilft, damit diese tapfere und aufrechte Frau nicht in Vergessenheit gerät.

Text: Ulrike Schneider
Bild: Marlene Scheeler

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Die Landfrauen Probsteierhagen trafen sich im neuen Jahr

Zum Neujahrsfrühstück kamen im Januar knapp 30 Landfrauen in Heikendorf zusammen. Das Cafè Luna hatte die Tafel hübsch gedeckt und wir schlemmten mit Lachs und Rührei, verschiedenen Salaten sowie mit Wurst und Käse, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war.

Die erste Vorsitzende unseres Ortsvereins, Karen Sye, machte darauf aufmerksam, dass wir im neuen Jahr unter anderem einen Kulturkreis ins Leben rufen wollen. Dieser sollte sich nun gleich am nächsten Tag im Kino Schönberg zum Film „Honig im Kopf“ treffen. Ein schöner Anstoß, sich auch einmal ausserhalb unseres reichhaltigen Jahresprogramms zu treffen.

Unser Vorstandsmitglied Helga David hatte dieses Frühstück organisiert und bereitete uns bei der Begrüßung noch auf eine Überraschung vor. Sie erwarte noch Besuch aus Flensburg. Nach dem Frühstück war es nun soweit. Eine ältere Dame mit schickem Hütchen und elegantem Cape betrat das Cafè und fing an zu plaudern. Wir mussten uns sehr konzentrieren, um unseren „Besuch“ zu verstehen. Sie erzählte uns ihre Erlebnisse in der Sprache der Flensburger Petuhtanten. Diese Sprache zu hören, macht wegen der kuriosen Satzstellungen und der eigenartigen Wörter Vergnügen. „Zuerst meinten sie scha alle, ich hätte Angelika Pektoris. Aber als sie mich dann brachten auf Dickenissenanstalt, da war das scha bloß Diaröte..." Zur Erklärung: Die "Dickenissenanstalt" ist das Flensburger Krankenhaus Diakonissenanstalt. So ging es weiter und wir wagten kaum zu lachen, um ja keine Pointe zu versäumen. Natürlich erkannten wir alle Helga David, die in das Kostüm geschlüpft war. Sie erntete rauschenden Applaus für diese gekonnte Vorstellung.

Neujahrsfrühstück

Nach über zwei Stunden ging der vergnügte Vormittag zu Ende und wir waren uns einig: er war mehr als gelungen.

Text: Ulrike Schneider
Bild: Marlene Scheeler

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