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Weihnachtsfeier mit Abschied

Der große Saal in Suckows Gasthof war wieder sehr weihnachtlich geschmückt, die große Tanne liebevoll verziert, und die Tische hatten die LandFrauen aus Brodersdorf mit  ihren Weihnachtsideen dekoriert: rote und grüne gehäkelte Platzdeckchen mit süßen, essbaren Kerzen. Rund herum viel Tannengrün, Kekse und verschiedene Nüsse.

Weihnachtsdeko von den LandFrauen aus Brodersdorf
Weihnachtsdeko von den LandFrauen aus Brodersdorf

Fast 60 LandFrauen freuten sich über diese weihnachtliche Stimmung. Doch verspürten sie auch Wehmut, denn es war das letzte Mal, dass die Weihnachtsfeier bei Suckow stattfinden konnte. So bedankte sich die Vorsitzende Karen Kähler-Sye bei Marion Kuhn nochmal besonders herzlich mit einem Blumenstrauß und einem Garten-Gutschein.

Karen Kähler-Sye dankt Marion Kuhn
Karen Kähler-Sye dankt Marion Kuhn

Ebenfalls Abschied nehmen mussten die LandFrauen von dem langjährigen Vorstandsmitglied Marlene Scheeler. Sie wird bei der Jahreshauptversammlung 2017, bei der sie nicht anwesend sein kann, nicht mehr kandidieren. So dankten wir ihr für die vielen wunderbaren Foto-Erinnerungen, die leckeren Safran-Stollen zu den Weihnachtsfeiern und die vielen anderen Aktivitäten, mit denen sie das Vereinsleben bereichert hat. Das letzte Fotobuch, von ihr gestaltet, über die einzelnen Ortsvereine wurde an diesem Nachmittag jeder Ortsvertrauensdame überreicht. Wer wird nun unsere Veranstaltungen in so vielfältiger Weise dokumentieren? – Danke Marlene!

Marlene Scheeler mit den Ortsvertrauensdamen
Marlene Scheeler mit den Ortsvertrauensdamen

Auch Ulla Lange - als Dank für den Plattdeutsch-Kreis- und Evi Paasch - für die Kreativgruppe-  konnten sich über ein solches Fotobuch freuen.
Was ist ein Verein ohne eine aktive, immer präsente Vorsitzende?  Ein Dankeschön galt also auch unserer Vorsitzenden, und diesen Dank in Form eines Blumenstraußes überbrachte Dietlinde Ude. Wenn eine LandFrau zum Bürgerfest des Bundespräsidenten eingeladen wird, ist es etwas ganz Besonderes, und deshalb wurde Renate Jacobshagen für diese Ehre auch ein Blumenstrauß überreicht.

 


Ein Sonnenstrahl kann einen anderen Menschen aus mir machen.

Hugo von Hoffmannsthal

ein Sonnenstrahl

 

Für das gemütliche Familienessen

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Nach so vielen Geschenken und Ehrungen freuten sich alle auf ein leckeres Stück Torte und eine gute Tasse Kaffee, aber nicht ohne vorher ein paar Weihnachtslieder gesungen zu haben. Wieder hatte Heimke von Bonin ihr Akkordeon mitgebracht und uns kräftig unterstützt.

So gestärkt freuten wir uns dann auf den Vortrag von Horst Perry über „400 Jahre dörfliche Schulgeschichte in der Probstei“. Er hatte viele Kirchenbücher und andere Aufzeichnungen zu diesem Thema durchforstet und Aufnahmen von diesen mitgebracht, die wir kaum entziffern konnten. Anfänglich gehörten Kirche, Gastwirtschaft und Schule ganz dicht zusammen. Häufig waren die Organisten auch die Schulmeister. Doch kamen diese auch aus anderen Berufe, wie z.B. Gärtner. Nie hatten sie in der frühen Zeit eine richtige Ausbildung als Lehrer.

Herr Perry hielt den Vortrag
Herr Perry hielt den Vortrag

War der Schulmeister verstorben, so wurde seine Witwe seine Nachfolgerin. Wie lustig war die Bezeichnung einer Schulmeisterin aus Laboe als „unsere alte Frau“. Ohne Altersversorgung blieben die Lehrer bis zu ihrem Tode im Unterricht, so hörten wir von 89 Jahren und älter. Die Entlohnung geschah oft nur in wenigen Talern und Naturalien, die von den Kätnern und Hufnern erbracht wurden. Der Unterricht fand meist in der Gaststube oder der Wohnung des Schulmeisters statt, es gab also immer nur eine Klasse, und das Alter der Schüler war sehr unterschiedlich. Alte Fotos von den Schulen zeigten, dass es meist ein Fachwerkgebäude war, das bei größerer Schülerzahl um ein Fachwerk erweitert wurde. 1745 wurde die Schulpflicht gesetzlich eingeführt, an die sich längst nicht alle Familien hielten, und erst 1814 die Pensionsgrenze für Lehrer.

Als Abschluss zeigte uns Horst Perry anhand einer Luftaufnahme, an welchen Orten die Schulgebäude von Probsteierhagen gestanden haben. Das Schloss Hagen beherbergte die Schüler von 1930 bis 1969, dann wurde der Neubau errichtet, der noch heute für die Schüler das Schulgebäude ist. Mit viel Applaus dankten die LandFrauen Herrn Perry, der trotz seiner erneuten Knieverletzung zu unserer Weihnachtsfeier gekommen war und so viel Schulgeschichte vermittelt hatte.
Nochmal weihnachtliches Singen mit Akkordeon und ein Gedicht über „vier Kerzen im Advent“, von Karen Kähler-Sye vorgetragen, beendeten diesen stimmungsvollen Nachmittag.

Renate-M. Jacobshagen, Fotos: Marlene Scheeler

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„Mut zum Hut“- Die LandFrauen haben ihn!

„Warum nicht einmal einen Hut tragen oder doch lieber eine Mütze oder Kappe?“ 26 LandFrauen stellten sich diese Frage am 8. Nov.2016 und konnten gleich am Anfang des Abends nach Lust und Laune ausprobieren, was ihnen steht. Die Modistin Dorothea Pries aus Kiel hat eine große Auswahl mitgebracht und dazu einen großen Spiegel. Mit viel Freude und großen Lachern wurde vieles ausprobiert. „Ein Hut macht immer gute Laune und zeigt unglaubliche Wirkung“, so die These von Frau Pries. Ein Hut fördert das Selbstvertrauen, wenn ich mich entscheide, „ich will einen Hut, das ist meine Marke!“ Die Umgebung behandelt mich viel freundlicher, alle gucken auf den Hut und in das Gesicht.

Dorothea Pries macht uns Mut zum Hut

Dorothea Pries macht uns Mut zum Hut

So ermutigt hörten wir haben viel über die Kulturgeschichte des Hutes, der ab dem 17. Jahrhundert nur den Herren, den Zünften und Gilden als Markenzeichen dienten. Die Damen trugen Hauben, wenn sie verheiratet waren. Daher das Sprichwort: Unter die Haube kommen. Viele andere Sprichworte fanden wir an diesem Abend: „Hut in den Ring werfen“, „Ich ziehe meinen Hut“, „Nichts am Hut haben“ oder „Nimm Deinen Hut und geh!“ Erst ab dem frühen 20. Jahrhundert, als die Haare der Frauen kürzer wurden und sie auch Hosen trugen, wurde der Hut für die Frau beliebt. Ein Teil der Emanzipation. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war der Hut sehr beliebt. Man wollte schick aussehen und gleichzeitig vor Wind und Wetter geschützt sein. In Kiel gab es 1949 33 Hutgeschäfte, und die Mutter von Frau Pries hatte in ihrem Geschäft 22 Angestellte. Die Hutmacherin hieß Putzmacherin, und erst 1972 kam der neuere Name Modistin auf. Im Zuge der Motorisierung ging es mit der Hutnachfrage bergab, der Hut störte, wenn man ins Auto einsteigen wollte, und man war nun ja vom Autodach geschützt.

Karen Sye probiert einen Hut

Karen Sye probiert einen Hut

Frau Pries zeigte uns aber auch an diesem Abend, wie ein Hut entsteht, aus welchem Material er gefertigt wird, und wie viel Kraft und handwerkliches Geschick es bedarf, bis ein Hut von uns aufprobiert werden kann. Hutmachen ist das beste Bodybuilding! Das  Grundmaterial, derStumpen, meist aus Filz, Velour oder Pelz, wird mit viel Feuchtigkeit und Wärme über verschiedene Holzformen gedehnt und gezogen, bis der Hut seine Form erhält. Nach dem Trocknen wird er dann mit Bändern, Blumen und kleinen Accesoires geschmückt und innen mit Ripsband versehen. 

Ulla Lange und Evi Paasch aus Heikendorf haben Mut

Ulla Lange und Evi Paasch aus Heikendorf haben Mut

Am Ende des Abends wurden nochmal mit viel Freude die verschiedenen Modelle ausprobiert. Und so manche Mütze fand ihren Kopf, denn der Winter kommt bestimmt. Für die drei Hüte, für die sich mutige LandFrauen entschieden hatten, wurde Maß genommen und sie wurden in Auftrag gegeben. Ein Abend, der uns LandFrauen viel Mut zum Hut geben hat.

Renate-M. Jacobshagen

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Staudenbörse

Der Herbst ist gekommen, und die Gärten werden für den Winter hergerichtet. Die Stauden haben sich in den Beeten ausgebreitet und müssen häufig geteilt werden oder auch anderen Pflanzen Platz machen. So war die Staudenbörse bei Karen Kähler-Sye auf dem Hof guter Anlass für einige LandFrauen, um neue Pflanzen zu entdecken und die ausgegrabenen Stauden an die Frau zu bringen.

Staudenbörse bei Karen Kähler-Sye am 12.10.2016
Staudenbörse bei Karen Kähler-Sye am 12.10.2016

Nach einer gemütlichen Kaffeerunde wurde gesichtet und getauscht, so dass jede Gärtnerin mit neuen Pflanzideen wieder nach Hause fahren konnte. Danke nochmals an Karen und die Kuchenbäckerinnen!

Renate-M. Jacobshagen/ Fotos: Marlene Scheeler

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Erntedank 2016

Erntedank 2016 festlich geschmückte Kirche und die LandFrauen

festlich geschmückte Kirche und die LandFrauen

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Bauernmarkt am Schloss

Begleitet von herrlichem Spätsommerwetter wurden auf dem Bauernmarkt  von den LandFrauen wieder die Erntesträuße für den Erntedank-Gottesdienst gebunden. Der Stand, der bunt verziert war durch unsere neuen LandFrauen-Wimpel (Danke Anja Stehen!), durch Sonnenblumen und herbstlichen Schmuck, war direkt am Eingang platziert und erfreute sich regen Zuspruch durch die Besucher.

Der Stand der LandFrauen auf dem Bauernmarkt
Der Stand der LandFrauen auf dem Bauernmarkt

Man interessierte sich für die Getreide-Arten, für die Sträuße, aber auch unsere Back- und Kochbücher wurden im Interesse gelesen und gekauft. Die 200 Erntesträuße waren schnell durch die vielen fleißigen Hände schon am frühen Nachmittag gebunden. Sie wurden dann nach dem Erntedank-Gottesdienst am 1. Okt. an die Kirchenbesucher überreicht.

Renate-M. Jacobshagen /Fotos: Marlene Scheeler

 

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Von alten Tomatensorten und ihren besten Rezepten

Ein Demeter-Biohof, der Kleverhof im Elmenhorst, mit über 500 alten Tomatensorten war am heißesten Tag der Woche das Ziel von 34 LandFrauen. Der Bus war gut klimatisiert und die Stimmung bestens. Empfangen wurden wir von zwei freundlichen Brüdern und ihrer 83jährigen, sehr rüstigen Mutter der Familie Unverhau, die diesen Familienbetrieb in der 3. Generation führen.

Begrüßung durch die Brüder Unverhau

Begrüßung durch die Brüder Unverhau

42°C zeigte das Thermometer im Schaugewächshaus, in dem wir die verschiedensten alten Tomatensorten von ganz klein über 2-Fäuste-groß von grün über gelb, rosa und dunkelviolett bestaunen konnten. Wir erfuhren über die strengen Auflagen bei der Düngung, der Krankheits- und Schädlingsbekämpfung und der Auswahl der Sorten bei einem Biohof. Das Geheimnis der Schachtelhalmbrühe für die Stärkung der Pflanzen und der Abwehr der Pflanzen wurde erklärt, genauso wie gut die Brennesseljauche als Stickstoffdünger ist.

Über Schachtelhalmsud und Brennnesseljauche

Über Schachtelhalmsud und Brennnesseljauche

Das A und O aber ist der Kompost, der hier aus Grünabfällen, Hackschnitzeln und tierischen Mist von Schafen und Pferden besteht. Jeder mineralische Dünger wird besser von allen Pflanzen aufgenommen, wenn er einmal durch den Kompost gegangen ist. Wir staunten über die fantasievollen Namen, denn jede Tomatensorte war mit einer Beschreibung und den Namen versehen: Da war die Reise-Zehen-Tomate, eine riesige, knollige Tomate, die kleine Hillbilly oder die Health Kick, die so besonders gesund ist, weil sie viel Lycopin (einen sekundären Pflanzenstoff) enthält. In anderen Gewächshäusern werden alte Gemüsesorten gezüchtet, wie der Erdbeerspinat oder die Ananaskirsche, die so ähnlich wie die Kapstachelbeere aussieht, aber viel süßer schmeckt. Für die Gourmetküche in Hamburg gedeihen hier winzige Minigurken oder die kleinsten Tomaten, die Sugary.  Erfüllt von diesen ganzen Eindrücken ging es erstmal ins Café, wo leckere selbstgebackene Kuchen und eine salzige Quiche, natürlich mit Tomaten auf uns warteten.

So gestärkt bekamen wir zum Abschluss einen sehr launigen, informativen Vortrag über die Tomaten, woher sie ursprünglich kamen.  Sie wurden schon bei den Azteken und Majas angebaut, von Kolumbus nach Europa gebracht, aber erst um 1900 in Deutschland gezüchtet, die Vierländer Fleischtomate. Die Pflanze gehört zu den Pfahlwurzlern und kann so schlecht in Töpfen wachsen und ist kein Gemüse, sondern Beerenobst. Sie besteht zu 95% aus Wasser, enthält aber viele Mineralstoffe, Folsäure und Kalzium. Das Wichtigste aber sind die sekundären Pflanzenstoffe, wie das Lycopin. Dies kräftigt die Immunstärke, schützt aber auch vor Krebs und vielen anderen Erkrankungen. Am besten wird Lycopin nach Erwärmen, also in Tomatensuppen oder- soßen und Ketchup, oder bei Gerichten mit Dosentomaten aufgenommen.

Gruppenbild mit Mutter und Bruder Unverhau

Gruppenbild mit Mutter und Bruder Unverhau

Nachfragen über das Halten von Tomaten, das Ausgeizen und die Pflege wurden beantwortet, wie lange sich frisch gepflückte Tomaten halten und woran man eine reife, wohlschmeckende Tomate erkennt. Im Guinnessbuch steht eine Tomatenpflanze die über 32000 Tomaten in einem Jahr getragen hat und zum Abschluss das beste Tomatenrezept der Schotten: „Man gieße heißes Wasser in einen roten Teller“. Nach diesem vergnüglichen Vortrag wurden viele Tomaten und andere Bio-Spezialitäten im Hofladen gekauft, bevor es im klimatisierten Bus wieder gen Probsteierhagen ging. Ein wirklich gelungener Sommerausflug nach Elmenhorst.

Renate-M. Jacobshagen
Fotos: Marlene Scheeler

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Das Freilichtmuseum und die Sprichwörter

Starkregen und Gewitter waren angesagt, doch 20 LandFrauen vom LFV Probsteierhagen ließen sich davon nicht beeindrucken und machten sich am 15.6.2016 auf den Weg ins Freilichtmuseum Molfsee. Angela Gripp, Volkskundlerin und ebenfalls LandFrau, begrüßte uns am Torhaus, dem Eingangsbereich des Museums und begleitete uns die nächsten 1,5 Stunden. Unsere erste Station war das „Haus Storm“, benannt nach der Familie des Schriftstellers Theodor Storm. Diese  Kate aus  Elsdorf-Westermühlen ist vom Bau her ein typisches niederdeutsches Hallenhaus,  das um 1650 errichtet worden war.  Die tragenden Ständer bilden einen großen Raum mit einer Feuerstelle. An den Seiten waren die Tiere untergebracht, und auf dem Dachboden lagerten Heu, Getreide, Stroh. Der Schwibbogenherd diente zum Kochen und als Wärmequelle. Die Menschen allerdings litten in solchen Rauchhäusern ohne Schornstein oft an Atemwegserkrankungen und Augenreizungen. Im kleinen Wirtschaftsbereich stand eine Truhe, die alles Linnen und die Wäsche verbarg. Hier befand sich auch ein kleines Fach (die hohe Kante), in dem die Wertsachen aufbewahrt wurden. „Man legte etwas auf die hohe Kante“, wenn etwas an Geld übrig war. Ebenfalls eine „hohe Kante“ gab es bei den späteren großen, geschnitzten Schränken, die das Geld hinter dem oberen Rahmen verbargen. Die Truhen waren häufig am Grund mit einem Hund als Wächter ausgemalt. Wurde nun der Inhalt der Truhen veräußert, weil es eine Missernte o.ä. Schicksalsschläge gegeben hatte,  dann war der Truhengrund zu sehen – „man war auf den Hund gekommen“.

Molfsee

Angela Gripp erklärt die Stellung der Windmühlenflügel

Unser Weg führte nun vorbei an der Bockwindmühle und einen sehr gepflegten Bauerngarten, der eine vierköpfige Familie mit Obst und Gemüse übers Jahr versorgen konnte, zum Hof Schurbohm. Dort legte sich Angela Gripp die schwere Dracht, das Tragejoch mit den schweren Milcheimer auf die Schultern und erzählte uns die Deutung von der „Milchmädchenrechnung“: Wenn die Mädchen auf ihrem Weg vom Melken zurück zum Hof sich ausrechneten, wie sie vielleicht die Milch am Bauern vorbei selber verkaufen könnten und so etwas Geld für die nächste Kirmes hätten,  dabei aber nicht auf den Weg achteten und ausrutschten, dann war die Milch verschüttet, „dann hatten sie eine Milchmädchenrechnung gemacht“.

Aber da war auch das „Fettnäpfchen, in das man treten kann“. Unter den Rauchwaren, die von der Decke hingen, wurden kleine Schalen aufgestellt, die das herabtropfende Fett auffingen, das wieder zum Fetten von Lederschuhen benötigt wurde. Wenn nun der Knecht nachts nach Draußen zum Häuschen mit dem Herz und Donnerbalken musste und versehentlich dieses Näpfchen verschüttete, dann war ihm am nächsten Morgen der Zorn der Hausfrau gewiss. Diese Hausfrau musste  „einen Zahn zulegen“, wenn die Knechte und Mägde z.B. bei der Ernte schneller mit der Arbeit fertig waren als geplant, d.h. der große Topf, in dem der Eintopf kochte, hing über der Feuerstelle an einem eisernen Feuerhaken, der mit Zacken versehen war. Der Topf musste nun tiefer über das Feuer gehängt werden, damit das Essen schneller gar wurde.

 

Molfsee

Angela Gripp erzählt von der Milchmädchen-Rechnung

Das Leben der Bauern aus der Probstei wurde uns deutlich in der „Kate Göttsch“. Hier sprechen realistisch dargestellte Puppen ein Zwiegespräch zwischen dem Altbauern und seiner Frau, wirklich berührend, wenn man die Kate betritt. Der Titel: „Herbstabend in der Kate “.

Das schönste und reichste Bauernhaus ist der Hof Schmielau, erbaut 1781. Der Bauer war durch Viehwirtschaft  zu Reichtum gelangt. Er baute seinen Hof über einem Bach, so dass immer frisches Wasser in die Küche gepumpt werden konnte, er legte den Fußboden mit rotem Wesersandstein aus und ließ die Wohnstube mit einer bedruckten Tapete verzieren. Diese Tapete aus dem Elsass zeigt Ansichten aus Nordamerika, wie man sie sich damals (1835) vorgestellt hat. Im Eingangsbereich steht ein riesiges „Hamburger Schapp“ mit reichhaltigen Schnitzereien, und hier war die Frage an uns: “Wo ist das Schlüsselloch?“ Ein Teil der geschnitzten, senkrechten Verzierung konnte beiseitegeschoben werden, um das Schlüsselloch freizulegen. Leider blieb uns keine Zeit mehr für die LandFrauen-Ausstellung „Erinnerungen“, die sich auch im Haus Schmielau befindet. In der alten Meierei warteten Kaffee und Kuchen auf uns, die wir sogar draußen verzehren konnten. Dann aber kündigte sich doch ein Gewitter an, aber wir kamen alle gerade noch trocken zu den Autos. Angela Gripp verabschiedete uns mit den Wünschen, dass wir immer etwas auf der hohen Kante haben mögen, dass wir nie auf den Hund kämen und dass wir keine Milchmädchenrechnung aufmachen sollten. Wir dankten ihr für diese aufschlussreiche, sinnerfüllte Führung durch das Freilichtmuseum Molfsee.

 

Molfsee

Etwas auf die hohe Kante legen.

Renate-M. Jacobshagen,  Fotos: Marlene Scheeler

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Blattlaus und Co lockten viele LandFrauen

Die Gartensaison beginnt, und so lockte das Thema „Blattlaus & Co“ viele LandFrauen zu diesem interessanten Nachmittag am 13.4.2016 in Suckows Gasthof. 20 Teilnehmerinnen waren angemeldet, fast die doppelte Zahl kam, und Familie Kuhn musste wirbeln, um alle mit Kaffee und Kuchen zu versorgen, vielen Dank! Gern würden wir uns eine bessere Anmeldungsmoral wünschen.

Georg Henkel

Herrn Georg Henkel von der Landwirtschaftskammer war aus Ellerhoop gekommen und brachte interessante Aspekte für jeden Gartenliebhaber mit. Seine Abteilung übernimmt eine allgemeine Pflanzenschutz-Beratung, die von Kleingärtnern gut angenommen wird. Der Beratungshöhepunkt ist meist Anfang Juni und kann von jedem kostenfrei wahrgenommen werden, entweder telefonisch (04120 7068214) oder auch per Mail unter ghenkel@lksh.de.

Krankheiten und Schädlinge an unseren geliebten Rosen sind immer etwas, das uns Sorgen bereitet, ob Sternrußtau, Rosenmehltau oder Rosenrost. Jede LandFrau kannte die Pflanzenveränderungen, die uns Herr Henkel auf Fotos zeigte. Die Anfälligkeit von Rosen kann durch gute Düngung und auch konsequenten Rückschnitt gemindert werden, aber sollte man bei der Auswahl der Rosen auch darauf achten, dass man robuste Rosen mit dem ADR-Zeichen kauft.

Blattläuse gibt es in über 800 Arten, und ihr Aussehen ist entsprechend vielfältig. Bei günstiger Witterung vermehren sie sich rasant schnell, aber man kann auch hier die Pflanze durch gute Ernährung und richtige Standortwahl schützen. Die natürlichen Feinde der Blattläuse sind Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Blattlaus-Schwebwespen. Sie nisten sich gerne in Insektenhotels ein.  Auch kann man bei geringem Befall von Blattläusen die jungen Triebe abstreifen oder mit Seifenlauge besprühen.

Ein großes Thema ist auch das Buchsbaum-Sterben durch einen Pilz (Cylindrocladium buxicola), durch den oft ganze Buchsbaumhecken zerstört werden. Manchmal hilft noch starker Rückschnitt, die Scheren müssen aber desinfiziert werden, und die Pflanzenteile dürfen nicht kompostiert werden.
Spannendes Thema auch die Schnecken! Auch wenn in Thailand Schneckenschleim als Schönheitsmittel verwendet wird, werden bei uns die braune spanische Wegschnecke, die schwarze Wegschnecke und andere Schneckenarten als wahre Plagegeister angesehen. Jede Frau hat eine andere Methode zur Vernichtung: Absammeln, Zerschneiden, Gelege frühzeitig vernichten oder auch Schneckenzäune. Schneckenkorn wird nur als letztes Mittel angewendet.

Unsere Obstbäume werden von Apfelwickler befallen, die Birnen bekommen Birnengitterrost, den man auch auf dem Wacholder als Zwischenwirt findet, oder die Kirschen werden von der Kirschfruchtfliege heimgesucht. Aber was ist „Suzuki“? Nicht eine Motorrad-Marke, sondern eine Kirschessigfliege, die mit ihrem Raspelapparat alle weichen Früchte, wie Erdbeeren, Heidelbeeren oder Kirschen zerstört. Die befallenen Früchte müssen dauerhaft entsorgt werden und letztlich hilft nur ein Einnetzen der Kulturen.

Viele Fragen konnte Herr Henkel an diesem Nachmittag nach seinem Vortrag noch beantworten. Alle LandFrauen nahmen eine große Portion Wissen mit in ihren Garten und werden nun hoffentlich der Schädlinge und Krankheiten besser Herr.

Renate-M. Jacobshagen

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Jahreshauptversammlung mit vergnüglicher Kaffee-Geschichte

Jedes Vereinsjahr beginnt mit einer Jahreshauptversammlung, so ist es auch bei den LandFrauen in Probsteierhagen. Am 10. Febr. 2016 trafen sich 51 Mitglieder, um einen Überblick über das vergangene Jahr zu erhalten, um den Kassenbericht zu hören und den Vorstand zu entlasten. Eine neue Beisitzerin musste gewählt werden, und so folgt auf Ulrike Schneider aus Probsteierhagen  Antje Lage aus Brodersdorf in den Vorstand.

Inge Voss neue Ortsvertrauensdame für Muxall

Inge Voss neue Ortsvertrauensdame für Muxall

Nach den Regularien und den wie immer leckeren Heißwecken erfreute Reinhard Laszig aus Kiel mit einem amüsanten Vortrag über den Kaffee und seine Geschichte das Auditorium. Sein Ursprung liegt in Äthiopien und im Jemen, und erst um 1615 kam er nach Venedig und später nach Wien und Deutschland. Der Alte Fritz erhob Steuer durch die sogenannte Kaffee-Erlaubnis und kreierte den Beruf des Kaffeeschnüfflers. Und auch heute beträgt bei uns die Kaffee-Steuer bei 29%, staunten die Damen. Vielleicht sollte man doch zu den Kaffeeersatzprodukten greifen, die aus Gerste, Hafer, Zichorie, aber  auch aus gebrannter Kabeljauhaut bestehen können, um diese Steuer zu umgehen.

Die Holländer brachten die Kaffeebohnen nach Java und Sumatra, die Portugiesen und  Spanier pflanzten die Sträucher vor allem in Brasilien und den anderen Kolonien an. Heute ist Vietnam einer der Hauptexporteure für die Sorte „Robusta“, während aus Südamerika die säureärmere Sorte „Arabica“ kommt. Übrigens hat Erich Honnecker den Kaffee-Anbau in Vietnam forciert, um vom Westen unabhängig zu sein, aber dann kam leider die Wende!

Woher kommt der Ausdruck „Blümchen-Kaffee“? Im wunderschönen Meißener Porzellan war am Grund der Tasse eine Blume. Wenn der Kaffee zu dünn aufgebrüht war, konnte man durch die Flüssigkeit die Blume sehen, deshalb der Name Blümchen-Kaffee.

Melitta Bentz erfand 1908 für uns den Filterkaffee und machte ihn so viel gesünder, weil die schädlichen Furane herausgefiltert werden und die gesunden, wichtigen Antioxidantien erhalten bleiben. Man sagt, Kaffee hilft gegen die „3Ks“: Kopfweh, Karies und Krebs. Coffein hilft bei Parkinson und senkt den Cholesterin-Spiegel. Auch Alzheimer soll beeinflusst werden. So werden nach diesem amüsanten, interessanten Vortrag, der mit einem Gedicht von Eugen Roth schloss, alle LandFrauen zu genüsslichen Kaffee-Trinkerinnen.

Renate-M. Jacobshagen

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Neujahrsfrühstück

Die Landfrauen Probsteierhagen läuteten das neue Jahr traditionsgemäß mit einem gemeinsamen Frühstück ein. Auf Wunsch einiger Mitglieder fand dieses gemütliche Zusammentreffen wieder einmal im Roehrskroog in Möltenort statt. Ein reich gedecktes Büffet erwartete die Frauen und der Geräuschpegel von 37 Landfrauen senkte sich während des Essens nur geringfügig. Es gab ja sooo viel zu erzählen, man hatte sich sooo lange nicht gesehen. Die guten Wünsche zum neuen Jahr wurden in diesem Jahr in Gedichtform vorgetragen:

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre doch was!
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh',
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du,
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut!
Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
Und viel mehr Blumen, solange es geht,
Nicht erst auf Gräbern - da blüh'n sie zu spät!
(von Peter Rossegger)

Wir bedanken uns bei Familie Enterich vom Roehrskroog, die uns einen so angenehmen Aufenthalt beschert hat. Auf dem Heimweg schauten wir beim Fischkutter Tümmler vorbei, bei dem gleich noch fangfrischer Dorsch eingekauft werden konnte.

Text und Bild: Ulrike Schneider

 

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